Sonntag, 17.12.2017 05:19 Uhr

Der erste Titel im Rahmen der Superbike WM ist eingefahren

Verantwortlicher Autor: Klaus Fritzsching Magny Cours / Frankreich, 04.10.2017, 10:50 Uhr
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Magny Cours / Frankreich [ENA] Leider fehlte Stefan Bradl im Fahrerfeld der Superbike Piloten. Damit muss ich mich auch wegen meines Artikels von Portimao beim Bayern entschuldigen. Denn dort hatte ich geschrieben, an der Hand sei nichts gebrochen und er habe dennoch auf den Start verzichtet. Stefan hatte am Tag vorher auch nichts erzählt. Jetzt wurde Bradl an der Hand operiert und fällt auch für den Rest der Saison aus.

Schon in der Superpole gab es heftige Stürze im starken Regen. Auch der im Gesamtklassement führende Jonathan Rea flog von der Kawasaki, legte aber dennoch die Bestzeit hin. Überraschend fuhr der Argentinier Leandro Mercado in die erste Startreihe. Ebenfalls noch in Reihe 1 Tom Sykes, der zuletzt noch verletzt fehlte. Rea kam mit den nassen Verhältnissen am besten zurecht und hatte schon nach der ersten Runde über 2 Sekunden Vorsprung auf Davies und Sykes. In Runde 2 stürzten Fores und van der Mark. Doch beide konnten das Rennen fortsetzen. Es sollten allerdings die letzten Stürze im Rennen gewesen sein. Ein kleines Wunder bei diesen Verhältnissen.

Zur Halbzeit des Rennens führte Rea mit 14 Sekunden vor seinem Teamkollegen Tom Sykes, der seinerseits 10 Sekunden Vorsprung auf Melandri, Camier und Lowes hatte. Dann aber starteten Melandri und Camier eine Aufholjagd und verkürzten den Rückstand zu Sykes Runde um Runde. Drei Runden vor Rennende war der Italiener am Hinterrad des Briten. Camier hatte dies auf der MVAgusta leider nicht geschafft. Jonathan Rea ließ sich schon in der letzten Runde feiern. Denn der Nordire fuhr nicht nur seinen Zwölften Saisonsieg ein, sondern konnte schon 5 Rennen vor Saisonende seinen dritten Weltmeistertitel in Folge feiern. Seit seinem Umstieg auf die Kawasaki geht es für Rea immer weiter steil nach oben.

Im Kampf um Platz 2 konnte sich Melandri auf der Ducati gegen Sykes durchsetzen. Camier fuhr Platz 4 nach Hause. Alex Lowes wurde als bester Yamaha Pilot Sechster vor den beiden Aprilia Piloten Laverty und Mercado. Der für den verletzten Stefan Bradl startende Giugliana wurde auf der Honda Achter vor Michael van der Mark, der zu Beginn des Rennens gestürzt war und dann ein geiles Rennen hingelegt hatte. Platz 10 ging an Chaz Davies, der sich das Rennen bestimmt ganz anders vorgestellt hatte. Im Gegensatz zu seinem Teamkollegen Melandri war seine Ducati wohl total falsch eingestellt. Doch dies konnte ja für das Rennen am Sonntag geändert werden.

Einen Supergau für den Titelverteidiger in der Klasse Supersport hatte es in der Qualifikation gegeben. Nachdem Kenan Sofuoglu in Portimao die Führung im Gesamtklassement übernommen hatte und auf dem besten Weg war seinen Titel zu verteidigen, stürzte er im Regen von Magny Cours schwer und zog sich einen dreifachen Beckenbruch zu. Somit wird er es wohl schwer haben, seinen Titel zu verteidigen. Denn Sofuoglu wird wohl auch noch im nächsten Rennen fehlen und sein Vorsprung auf Mahias vor diesem Rennen betrug ja nur 4 Punkte. Der Finne Nikki Tuuli schaffte es auf seiner Yamaha als Bester der Qualifikation in Startreihe 1.

Alle Piloten hatten auf einer fast trockenen Strecke die Slicks aufgezogen. Für den Briten Gino Rea war das Rennen schon in der Aufwärmrunde zu Ende. Er hatte sich für Startreihe 2 qualifiziert und musste jetzt seine Kawasaki abstellen. Nach 5 Runden hatte sich ein Spitzenquintett mit Morais, Caricasulo, Tuuli, Cluzel und Jacobsen gebildet. Doch etwas später machten Morais und Jacobsen einige Fehler und konnten nicht mehr mithalten. Dann musste auch Cluzel die Segel streichen. Somit fuhren Caricasulo und Tuuli den Sieg unter sich aus. Den Kampf um den Titel im Blick, hatte sich Mahias von Platz 19 in der Startphase immer weiter nach vorn gearbeitet.

Nikki Tuuli durfte in Magny Cours seinen ersten Sieg in der Supersport-Weltmeisterschaft feiern. Caricasulo belegte Platz 2 vor US-Boy Jacobsen. Luca Mahias wurde Vierter und schob sich 2 Rennen vor Saisonende wieder auf Platz 1 der Gesamtwertung. Sein Vorsprung auf den verletzten Kenan Sofuoglu beträgt 9 Punkte. Platz 5 von Magny Cours geht an Jules Cluzel, der vor Zanetti, Canducci, Morais, Smith und Stapleford über die Ziellinie kommt. Für den Titel in der Klasse Supersport kommen vor den Rennen in Jerez und Losail nur noch Mahias, Sofuoglu, Morais und Cluzel in Frage.

Durch die Veränderung in der Startaufstellung der Klasse Superbike standen bei Lauf 2 am Sonntag Camier, Lowes und Laverty in Reihe 1. Jonathan Rea, der frischgebackene Weltmeister, startete aus Reihe 3. In Runde 2 stürzt Laverty, Rea kann nicht mehr ausweichen und streift mit seinem Fuß die Maschine des Iren. Durch die Schmerzen verzichtet Rea auf eine Fortführung des Rennens. Als sich nach 5 Runden das Feld einsortiert hat, sieht es so aus. Chaz Davies, der am Vortag total verwachst hatte, führt mit einer Sekunde Vorsprung auf Camier und Lowes. Dahinter versucht Michael van der Mark die Lücke zu schließen. Dann beginnt es wieder zu tröpfeln. Doch zu wenig um Regenreifen aufzuziehen.

Als die Hälfte des Rennens absolviert ist, hat Davies über 4 Sekunden Vorsprung auf die beiden Yamaha Teamkollegen van der Mark und Lowes. Leider fehlte zu diesem Zeitpunkt die einzige MVAgusta. Leon Camier war mit technischen Problemen ausgeschieden. Dem Briten werden Abwanderungsgedanken zu Honda nachgesagt. Was bedeutet das für Stefan Bradl? Er hat für das nächste Jahr noch keinen Vertrag. Der Deutsche hatte ja mit einer Rückkehr in die MotoGP geliebäugelt. Doch auch das scheint nicht zu klappen. Als das Rennen in die Endphase geht, hat sich Alex Lowes von seinem Teamkollegen gelöst. Vorn fährt Chaz Davies einen ungefährdeten Sieg ein.

Alex Lowes fährt mit Platz 2 sein bestes Ergebnis in der Superbike-WM ein. Auch Michael van der Mark ist mit Platz 3 zufrieden. Ein Wochenende vorher war er wohl noch etwas enttäuscht, als er die Rossi Yamaha nicht pilotieren konnte. Xavi Fores wurde Vierter vor Melandri und Mercado. Im Kampf um den Vizetitel ist Platz 7 für Tom Sykes nicht das beste Ergebnis. Er hat jetzt nur noch 9 Punkte Vorsprung auf seinen Verfolger Chaz Davies. Jordi Torres, Roman Ramos und Raffaele de Rosa komplettieren in dieser Reihenfolge die Top 10. Trotz des einsetzenden Regens blieb es bei 2 Stürzen durch Laverty und Jezek.

In der Klasse Supersport 300 ist es wie auch in der Superstock 1000 das vorletzte Rennen der Saison. Zuletzt hatte ja mit Ana Carasco erstmals eine Frau im Rahmen der Superbike-WM ein Rennen gewonnen. Doch diesmal reichte es für die spanische Amazone nur zu Platz 20. Noch schlechter allerdings lief es für den einzigen deutschen Starter Gabriel Noderer. Er gehörte zu den ersten Sturzopfern in diesem Rennen. Erst bildete sich eine 5er Spitzengruppe, die sich aber bis zum Ende des Rennens noch vergrößerte. Sieger des Rennens wurde der Spanier Marc Garcia, der sich im Zielsprint gegen den Italiener Alfonso Coppola durchsetzte.

Diese beiden sind es auch die im letzten Rennen die Meisterschaft unter sich ausfahren werden. Garcia liegt nur 4 Punkte vor Coppola. Der Holländer Robert Schotman wurde Dritter in diesem Rennen. In der Klasse Superstock 1000 waren alle 4 deutschen Piloten am Start. Im Fahrerfeld gab es einige Franzosen die bei ihrem Heimrennen brillieren wollten. Dies gelang auch wie im Ergebnis zu sehen ist. Im Rennen gab es nicht einen einzigen Sturz. Leider musste Marc Moser seine Kawasaki 4 Runden vor Rennende mit technischen Problemen an die Box fahren. Marvin Fritz und Julian Puffe platzierten sich mit den Plätzen 12 und 13 in den Punkterängen.

Für Toni Finsterbusch reichte es nur zu Platz 23. An der Spitze fuhren die beiden Franzosen Marino und Guarnoni den Sieg unter sich aus. Bis zur vorletzten Runde hatte der Italiener Federico Sandi noch vorn mitgemischt, musste sich dann aber mit Platz 3 zufrieden geben. Jeremy Guarnoni, der bisher noch nicht auf dem Siegerpodest stand, konnte das Rennen als Sieger beenden und verwies Florian Marino auf Platz 2. Für den Titel in dieser Klasse kommen mit Rinaldi, Marino und dem Türken Razgatlioglu noch 3 Fahrer in Frage. Rinaldi hat 8 Punkte Vorsprung auf Marino und 14 auf den Türken. Am 22. Oktober findet das letzte Rennen in den Klassen Supersport 300 und Superstock 1000 im spanischen Jerez statt.

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