Freitag, 24.11.2017 21:21 Uhr

Die Superbike Weltmeisterschaft zu Gast in der Lausitz

Verantwortlicher Autor: Klaus Fritzsching Lausitzring / Deutschland, 24.08.2017, 16:58 Uhr
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Lausitzring / Deutschland [ENA] War es das mit dem Rennsport auf dem Lausitzring ? Die Dekra ist neuer Besitzer und will die Anlage nur noch als Teststrecke nutzen. Auch die wenigen Zuschauer sprechen gegen weitere Rennsportveranstaltungen. Zuschauer wollen Action sehen, was auf dem Lausitzring nicht möglich ist. Alle interessanten Kurven sind für Zuschauer nicht einsehbar. Das Foto wurde kurz vor dem Start des WM Rennens gemacht.

Im ersten Rennen der Klasse Superbike am Samstag stand leider nur ein deutscher Fahrer in der Startaufstellung. Denn Stefan Bradl sagte seinen Starrt nach der kurz vorher ausgetragenen Superpole ab. Er war am Freitag auf einer Ölspur ausgerutscht und hatte sich den Ellbogen geprellt. Markus Reiterberger, der mit einer Wildcard startete, hatte sich für Startplatz 10 qualifiziert. Er hatte ein arbeitsreiches Wochenende vor sich. Denn er startete neben den 2 Rennen in der Weltmeisterschaft auch noch in der Superbike IDM, wo ebenfalls 2 Rennen auf dem Programm standen. Dort holte er sich dann auch eindrucksvoll den Meistertitel.

In Startreihe 1 standen Geburtstagskind Tom Sykes, der amtierende Weltmeister Jonathan Rea und Aprilia Pilot Savadori. Nach 3 der 21 zu fahrenden Runden hatte sich Ducati Pilot Chaz Davies an die Spitze gesetzt. Direkt dahinter Rea, Sykes und Melandri. Dann schon eine Lücke auf die Verfolger. Markus Reiterberger hatte sich auf Platz 8 vorgefahren. Noch in der Anfangsphase des Rennens mussten Roccoli und Giugliano wegen technischer Probleme aufgeben. BMW Pilot Raffaele de Rosa war das erste Sturzopfer. Zur Halbzeit des Rennens hatten Davies und Rea einen kleinen Vorsprung auf Sykes. Marco Melandri hatte schon einen Rückstand von über 6 Sekunden.

Reiterberger fiel durch Schaltprobleme und 2 dadurch folgende Ausritte in die Botanik zurück und belegte am Ende Platz 13. Direkt vor ihm fuhr der Schweizer Randy Krummenacher über die Ziellinie. Chaz Davies konnte sich von Rea absetzen und feierte einen ungefährdeten Sieg. Die Teamkollegen Rea und Sykes belegten die weiteren Podestplätze. Hinter Melandri belegte Leon Camier auf der MVAgusta Platz 5. Alex Lowes wurde mit Platz 6 bester Yamaha Pilot. Sein Teamkollege Michael van der Mark hatte einen schleichenden Plattfuß und fuhr nur auf Platz 15 über die Linie. Die Plätze 7 bis 10 gingen an Savadori, Fores, Torres und Laverty. Übrigens gewann Reiterberger wenig später überlegen das IDM Superbike Rennen.

Markus Reiterberger
Champion Jonathan Rea
Geburtstagskind Tom Sykes

Der Sonntag startete mit dem Rennen der Klasse Supersport. Bei für alle Beteiligten angenehmen Temperaturen von 21 Grad und trockener Strecke fuhr man in die Startaufstellung. Da passierte schon der erste Crash. Der Australier Epis war unaufmerksam und stürzte. Unter den 32 Piloten auch der deutsche Gaststarter Marc Buchner. Doch in Runde 7 stürzte Buchner und musste das Rennen aufgeben. Der Sieger der letzten 4 Rennen, der amtierende Weltmeister Kenan Sofuoglu, stand zur Überraschung vieler Experten nicht in Startreihe 1. Dort stellten sich nach der Superpole der Südafrikaner Morais, der Italiener Caricasulo und der Franzose Jules Cluzel auf. Der Finne Nikki Tuuli hatte Platz 3 eingefahren wurde aber um 6 Plätze strafversetzt.

Mit dem Österreicher Thomas Gradinger war ein weiterer Gaststarter im Feld. Er führ ein grandioses Rennen und landete auf Platz 9. An der Spitze sollte es von Anfang bis Ende spannend bleiben. Direkt hinter dem über fast die gesamte Renndistanz führenden Morais gab es harte Positionskämpfe zwischen Caricasulo, Cluzel, Mahias und Sofuoglu. Der Abstand zwischen dieser Gruppe und den Verfolgern betrug zur Halbzeit des Rennens über 6 Sekunden. Dann verbremste sich Mahias, musste quer über die Wiese fahren und verlor etwas den Anschluss. Doch er kämpfte sich wieder heran. Dann startete Kenan Sofuoglu so richtig in das Rennen. Er überholte nacheinander seine Kontrahenten und setzte sich an die Spitze.

Doch in der nächsten Runde startete Caricasulo einen Überholversuch in der Schikane und stürzt. Mahias kann nicht mehr ausweichen und überrollt seinen Teamkollegen. Das Rennen wird sofort abgebrochen. Die Wertung erfolgt nach Stand von 16 Runden. Somit darf sich Sheridan Morais über seinen ersten Sieg in der Supersport WM freuen. Sofuoglu wird Zweiter vor Mahias und liegt in der Gesamtwertung nur noch einen Punkt hinter dem Franzosen. Cluzel wird Vierter vor Tuuli, Zanetti, Smith und West. Caricasulo wurde nicht gewertet, da er nicht mit seinem Bike in die Box fahren konnte. Er war kurz bewusstlos, trage aber keine bleibenden Schäden, hieß es aus dem Medical Center.

Champion Kenan Sofuoglu
Marc Buchner
Thomas Gradinger

Das zweite Rennen zur Superbike Weltmeisterschaft fand mit Stefan Bradl statt. Der Bayer startete aus Reihe 5. Eine Startreihe vor ihm stand Markus Reiterberger. Aus Reihe 1 konnten Melandri, Camier und Lowes starten. Melandri führte das Feld die ersten 4 Runden an. Dann übernahm Jonathan Rea die Spitze. Dahinter Melandri und der Sieger vom Samstag Chaz Davies. Xavi Fores lag als Vierter schon über 2 Sekunden hinter dem Führungstrio. Etwas später stürzt Eugene Laverty. Auch Randy Krummenacher und der Pole Szkopek stürzen und müssen das Rennen beenden. Zur Halbzeit des Rennens liegt Markus Reiterberger auf Platz 10, hat aber den Anschluss auf seinen ehemaligen Teamkollegen Jordi Torres, der auf Platz 9 liegt, etwas verloren.

Vorn hat das Führungstrio seinen Vorsprung weiter ausgebaut. Dann kann auch dort Melandri das Tempo nicht mehr mitgehen und verliert den Anschluss. In Runde 15 erhöht Chaz Davies dann das Tempo noch mehr und lässt auch Jonathan Rea stehen. In der Verfolgergruppe kämpfen Sykes, Camier, Lowes, Savadori und Torres um Platz 4. Hinter dieser Gruppe Markus Reiterberger auf Platz 9, etwas weiter zurück Stefan Bradl auf Platz 14. Chaz Davies vergrößert seinen Vorsprung und fährt am Lausitzring nach dem Sieg vom Vortag, einen weiteren Sieg für Ducati ein. Zwei Sekunden hinter dem Sieger fährt Jonathan Rea Platz 2 ein.

Am Vortag hatte Marco Melandri das Podest noch verpasst, diesmal schaffte der Italiener Platz 3 und war glücklich. Tom Sykes fuhr vor Lowes, Camier und Savadori auf Platz 4. Jordi Torres wurde als bester BMW Pilot Achter vor Markus Reiterberger, der eigentlich dieses Ziel hatte. Ein weiteres Ziel von Reiterberger waren die Top 10, dieses Ziel hat der Bayer erreicht. Sozusagen im Nebengeschäft hat er an diesem Wochenende auch noch überlegen den Meistertitel in der Superbike IDM eingefahren. Ein arbeitsreiches Wochenende mit 4 Rennen und den dazugehörigen Trainings. In der Weltmeisterschaft geht es für die Piloten weiter nach Portugal.

Stefan Bradl
Marco Melandri
Randy Krummenacher

Zum Abschluss des Rennwochenendes in der Lausitz standen noch die Rennen der Supersport 300 und der Superstock 1000 auf dem Programm. Beide Klassen mit guter deutscher Beteiligung. In der Supersport 300 gibt es mit Gabriel Noderer einen Permanentstarter. Dazu kamen noch Maximilian Kappler und Tim Georgi, die mit einer Wildcard starteten. Während Kappler und Georgi Runde für Runde weiter nach vorn kamen, ging es für Noderer immer weiter nach hinten. Es gab viele Stürze und nach dem Rennen auch 2 Disqualifikationen. Dabei erwischte es auch den Holländer Scott Deroue, der als Fünfter über die Linie kam.

Sieger des Rennens wurde der Italiener Alfonso Coppola vor dem Spanier Marc Garcia. Platz 3 ging an Mika Perez, der wie auch Garcia weniger als eine Zehntelsekunde hinter dem Sieger über die Linie fuhr. Die beiden deutschen Wildcard-Piloten Tim Georgi und Maximilian Kappler fuhren auf den Plätzen 8 und 9 ins Ziel. Für Gabriel Noderer blieb nur Platz 15 und somit ein Punkt in der Meisterschaft. Diese Meisterschaft führt Mika Perez nach 6 von 9 Rennen jetzt mit 88 Punkten an. Marc Garcia hat als Zweiter allerdings nur 3 Punkte Rückstand. Auch der Dritte Alfonso Coppola liegt nur 6 Punkte zurück.

Maximilian Kappler
Tim Georgi
Gabriel Noderer

Auch in der Klasse Superstock 1000 gab es mit Julian Puffe, Marvin Fritz, Toni Finsterbusch und Marc Moser eine rege deutsche Beteiligung. Alle 4 starten über die gesamte Saison in dieser Klasse. Leider fehlte Marvin Fritz bei einigen Rennen wegen einer Sturzverletzung. Doch er hat sich durch seinen Start beim 24 Stunden Rennen von LeMans, einem Rennen zur Endurance Weltmeisterschaft, viel Reputation geholt. Immerhin schafften es 3 der 4 deutschen Piloten beim Rennen auf dem Lausitzring in die Punkte. Nur Marc Moser blieb mit Platz 19 außerhalb der Punkteränge. Julian Puffe wurde Neunter vor Marvin Fritz, Toni Finsterbusch wurde Dreizehnter.

Mit dem Chilenen Scheib und dem Türken Razgatlioglu gab es 2 prominente Sturzopfer. Sieger wurde. Mit 2 Sekunden Vorsprung siegte der Italiener Ruben Rinaldi auf der Ducati vor dem Australier Mike Jones. Yamaha Pilot Roberto Tamburini kam als Dritter schon mit 10 Sekunden Rückstand zum Sieger über die Linie. In der Gesamtwertung hat Rinaldi nach 6 Rennen immerhin 26 Punkte Vorsprung auf Razgatlioglu, der auf dem Lausitzring ohne Punkte blieb. Somit muss der Türke eher Platz 2 gegen den Franzosen Florian Marino verteidigen, der in der Lausitz auf Platz 4 fuhr und noch 9 Punkte zu Razgatlioglu hat.

Julian Puffe
Marvin Fritz
Toni Finsterbusch
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