Dienstag, 21.11.2017 07:26 Uhr

Sturzorgie an der italienischen Riviera

Verantwortlicher Autor: Klaus Fritzsching Rimini / Italien, 13.09.2017, 19:16 Uhr
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Rimini / Italien [ENA] Die erste Hiobsbotschaft für die Fans kam schon eine Woche vor dem GrandPrix in Rimini. Publikumsmagnet Valentino Rossi hatte sich beim Enduro fahren das Schien- und Wadenbein gebrochen und saß zu Hause. Viele Fans schwenkten nun von Gelb auf Rot um. Denn Führender in der Gesamtwertung ist mit Andrea Dovizioso ein Italiener, der mit der Ducati ein italienisches Motorrad fährt.

In der Klasse Moto3 gab es schon vor dem Rennstart zwei Ausfälle. In der letzten Runde der Qualifikation flog der Belgier Livio Loi im hohen Bogen auf den Asphalt und brach sich das Schlüsselbein. Im nassen WarmUp erwischte es Maria Herrera die mit der gleichen Verletzung passen musste. Durch viele Strafen und den daraus folgenden Strafversetzungen sah die Startaufstellung etwas anders aus als nach der Qualifikation. Davon profitierte auch Philipp Öttl, der 3 Plätze nach vorn in die vierte Startreihe rückte. Durch den starken Regen war es wichtig so weit vorn wie möglich zu stehen, um nicht in der Gischt zu fahren. In Startreihe 1 standen Jorge Martin, Joan Mir und Fabio Di Giannantonio.

Bei diesen heiklen Streckenbedingungen hieß es für die Fahrer, erst einmal den richtigen Rhythmus finden. Schon nach der ersten Runde hatten sich Martin, Fenati und Mir vom Feld abgesetzt. In Runde 3 der erste Sturz durch Bastianini, der die Verfolgergruppe anführte. Es sollte noch 22 weitere Stürze in diesem Rennen geben. Viele der Fahrer stiegen wieder auf ihr Bike und konnten das Rennen weiterfahren. In Runde 4 erhöhte Fenati das Tempo und zog davon. Keiner konnte dem Italiener folgen. Nach 12 der 23 zu fahrenden Runden hatte er schon 16 Sekunden Vorsprung auf den Zweiten Joan Mir und 23 Sekunden auf Di Giannantonio, Öttl und Canet. Doch auch Canet wurde noch Opfer eines Sturzes.

Romano Fenati feierte einen überlegenen Sieg mit 28 Sekunden Vorsprung auf Mir, der aber immer noch mit 61 Punkten Vorsprung die Meisterschaft anführt. Platz 3 ging an Di Giannantonio. Philipp Öttl wurde Vierter vor Bulega, Bendsneyder und Kornfeil. Wobei zu bemerken ist, dass auch Kornfeil und Bendsneyder zu den Sturzopfern zählten. Insgesamt wurden nur 15 der 31 gestarteten Fahrer gewertet. Eine Ausfallquote von über 50 Prozent spricht für die Schwierigkeiten, die die Fahrer mit den Streckenbedingungen hatten. Jetzt hoffen alle auf Sonnenschein beim nächsten Rennen in Spanien.

Leider fehlte Marcel Schrötter wegen seiner Handverletzung auch noch in Rimini. Am Freitag war Alex Marquez schwer gestürzt, hatte sich eine Beckenverletzung zugezogen und konnte nicht starten. Nach den vielen Stürzen im Rennen der Moto3 war das Fahrerfeld etwas beunruhigt. Denn der Regen nahm sogar noch etwas zu. Sandro Cortese stand in Startreihe 5 und musste sich auf schlechte Sicht einstellen. Aus Reihe 1 starteten Mattia Pasini, Franco Morbidelli und der Schweizer Dominique Aegerter. Schon in der ersten Runde stürzten Mackenzie und Luca Marini. Nach 2 Runden hatte Morbidelli schon einen Vorsprung auf Aegerter und Pasini. Als Pasini den Rückstand verringern wollte, kam er zu Sturz.

Kurz dahinter stürzte nach Marini auch der zweite Forward Pilot Lorenzo Baldassarri. Dann stürzte auch Spitzenreiter Franco Morbidelli, dessen Kalex so schwer beschädigt war, dass er nicht weiterfahren konnte. Jetzt führte Domi Aegerter das Feld vor seinem Landsmann Tom Lüthi an. Bis Runde 13, der Halbzeit des Rennens, hatte fast das halbe Fahrerfeld Bekanntschaft mit den Kiesbetten gemacht. Zu diesem Zeitpunkt sind es nur noch 15 Fahrer die sich in einer Runde befinden. Am Ende des Rennens verzeichnet das Protokoll 21 Stürze. Tom Lüthi gelingt es, an das Hinterrad von Aegerter zu fahren. Doch vorbei kommt er nicht. Gegen Ende des Rennens gibt er sich mit Platz 2 zufrieden.

Nach seinem Sieg vor 3 Jahren am Sachsenring kann Aegerter wieder auf das oberste Podest bei der Siegerehrung steigen. Platz 2 für Tom Lüthi bedeutet für den Schweizer im Titelkampf sehr viel. Sein Rückstand auf Leader Morbidelli beträgt nur noch 9 Punkte. Große Freude auch beim Malayen Hafizh Syahrin über Platz 3. Hinter Bagnaia und Binder fährt Sandro Cortese als Sechster über die Linie. In der Zielkurve stürzt auch noch Nakagami, hat aber genug Zeit, sein Bike als Elfter über die Linie zu schieben. Denn er hat eine Runde Vorsprung auf den Rest des Fahrerfeldes. Bei noch 5 ausstehenden Rennen kommen theoretisch nur noch Morbidelli und Lüthi für den Titel in Frage.

Auch in der MotoGP kam es wegen überfahren der Streckenbegrenzungen zu Streichungen von Zeiten. So traf es auch Jonas Folger der im Q1 die Bestzeit hingelegt hatte, um wenige Zentimeter die Linie überfahren hatte und somit die Zeit gestrichen bekam. So stand Folger nur auf Startplatz 16 in der sechsten Startreihe. Bei diesen Bedingungen besonders bitter für den einzigen Deutschen im Fahrerfeld der MotoGP. Aus Startreihe durften Vinales, Dovizioso und Marquez losfahren. Doch direkt nach dem Start übernahm erst einmal Jorge Lorenzo die Führung. Der Spanier, nicht gerade als Regenfahrer bekannt, konnte sich sogar absetzen. Nach 5 Runden betrug sein Vorsprung schon über 3 Sekunden.

Gleich zu Beginn des Rennens war der Tscheche Karel Abraham gestürzt. In Runde 7 erwischte es auch den Führenden Lorenzo und den Briten Cal Crutchlow. Während Crutchlow weiterfahren konnte, war das Rennen für Jorge Lorenzo zu Ende. Jetzt führte der Italiener Danilo Petrucci das Rennen an, Direkt dahinter Marquez und Dovizioso, die beiden Anwärter auf den WM-Titel. Dann schon ein Abstand von 5 Sekunden auf Vinales, Baz und Miller. Jonas Folger lag zu diesem Zeitpunkt auf Platz 12. In der Folge gab es weitere Stürze durch Baz, Barbera, Aleix Espargaro und Sam Lowes, Andrea Iannone gab das Rennen ohne ersichtlichen Grund auf.

Das Ende des Rennens verlief für die italienischen Fans dann doch etwas enttäuschend. Denn Marquez überholte in der letzten Runde den tapfer kämpfenden Petrucci und fuhr den Sieg ein. Andrea Dovizioso wurde Dritter und ist jetzt in der Meisterschaft punktgleich mit Marquez. Vinales wurde Vierter vor Ducati Testfahrer Pirro, Miller und Redding. Einen kleinen Rechenfehler baute Johann Zarco ein. Dem Franzosen ging der Sprit aus und er musste die Yamaha fast 200 m weit über die Linie schieben. So wurde es statt Platz 7 nur Platz 15. Jonas Folger landete hinter Alex Rins auf Platz 9. In Spanien wird Superbike Pilot Michael van der Mark auf der Yamaha von Rossi sitzen.

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