Sonntag, 19.08.2018 13:03 Uhr

Helmut Naseweis gibt sich die Ehre

Verantwortlicher Autor: Juergen Rudolf Dikken-Wenzel Bad Kreuznach, 25.01.2018, 11:20 Uhr
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Bad Kreuznach [ENA] Sie kennen Helmut Naseweis? Oder etwa nicht? Wenn es bei Ihnen noch nicht geklingelt hat, dann wird es höchste Zeit. Denn er ist wichtig, gehört quasi zu jenen älteren Herren, die in ihrem regulären Alltag "den Marktplatz fest halten". Was wiederum heisst, sie beobachten, tratschen, kommentieren. Sie stellen sich zu anwesenden Grüppchen und wissen einfach alles besser.

Helmut Naseweis hat sich vor kurzer Zeit hier in Bad Kreuznach eingefunden, kurz vor dem Weihnachtsfest. Das durch seine Ankunft natürlich in besonderer Weise bedeutend schöner wurde. Er ist knallrot, frech, vorwitzig, neunmalklug, besserwisserisch und auch a bisserl altklug. Die Norddeutschen sagen "wiessmutig". Selbst die sonst so zurückhaltenden Engländer haben dafür einen Namen: meddlesome. Er ist nunmehr wohnhaft im vornehmen Badeort Bad Kreuznach. Dortselbst in unmittelbarer Nähe zum vormaligen Wohnsitz der Prinzessin Amalia, der Dessauerin. Nun also wohnt er standesgemäss, zusammen mit einigen anderen Herrschaften. Die ihn gerne und auch ein kleines Wenig gönnerhaft aufgenommen haben. Man arrangiert sich. Man hat ja immerhin Stil.

Fragen. Fragen. Fragen.

Helmut Naseweis ist neugierig. Um seinen Wissensdrang auszuleben ist die nächste Frage schon formuliert, noch bevor die zuvor und gerade gestellte beantwortet ist. Warum. Weshalb. Wieso. Wer oder was. Er hat versprochen, in den nächsten Tagen aufmerksam durch das Wohnviertel zu schlendern. Wobei er dann in seinem klugen Köpfchen alle Dinge speichern will, die dringend einer Antwort bedürfen. Antworten wären ja eine reguläre Folge diversester Fragen. Da scheint es wahrscheinlich, dass sie, die Antworten, ausbleiben. Oder dass sie unvollständig sind, unbefriedigend. Denn wenn irgend eine Sache, irgend ein mysteriöser Umstand der Abhilfe harrt, dann darf man davon ausgehen, dass eine klar formulierte Frage nebuloes beantwortet wird. Unklar.

Die Brücke zur Altstadt, dem Historischen Ortskern

Helmut Naseweis gefällt die angebrachte Beleuchtung, sogar wechselnd in Farben. Das tut der Atmosphäre gut, fast schon prädikatswürdig, romantisch. Fasziniert wird es angeschaut, man wartet auf den Farbwechsel, der sich jedoch erst nach einer Stunde einstellt. Doch nicht Jedermann gefällt das. Das "Rot" ist zu rot. Das "Grün" zu grün. Das "Blau", naja, Heinz F. kann man es nicht rechttun. Er ist wählerisch, will es immer anders. Helmut Naseweis jedoch ist ein zufriedenes Kerlchen und so wundert nicht, dass er es schlicht und einfach nur schöööööön findet.

Eine Ruine - wie lange noch soll das gehen?

Helmut Naseweis ist sie sofort unangenehm aufgefallen. Wo einst Dreierlei gekocht wurde, da ist sogar Gefahr im Verzug. Man glaubt es nicht, schon wieder einmal ein Gerüst. Das war wohl als Weihnachts-Schmuck gedacht. Jetzt steht das Teil noch immer und beengt die Durchfahrt. Denn von irgendwelchen Baumassnahmen ist nichts erkennbar. Es wäre doch einmal unterhaltsam, wenn ein Freund, eine Freundin von Friederike da -endlich- mal ordentlich durchpusten wollte um dem Spuk ein Ende zu bereiten. Bis das geschieht, wird sich wohl nichts ändern - denn da scheint ja 'der Wurm drin'.

Ich bestell mir mal ne Pizza, meint Helmut Naseweis.

Denn Er will sehen, welches der vielen Lieferautos seine Pizza ans Haus liefert. Es gibtd ja genug (Lieferautos) davon, sie stehen in weitem Umkreis zum Heimathafen, das ist auch ein hübscher Anblick für Gäste in unserer Stadt. Badeort, das war einmal die gebräuchliche Bezeichnung für Bad Kreuznach. In früheren Jahren war das eine Auszeichnung, man war stolz und konnte es auch sein. Heutzutage scheint das alles vergessen und so muss man sich wohl arrangieren mit den ziemlich wild parkenden Autos. Natürlich, wenn "die" das Parken so deutlich ausdehnen, dann möchte der Normalbürger das auch tun. Ist da die Stadtverwaltung zu freigiebig? Der ruhende Verkehr ruht ja auch nur, bis die nächste Bestellung beim Lieferservice eintrudelt.

Neues gibt's natürlich auch in der Historischen Altstadt. Neu etabliert haben sich einige wenige Geschäfte und glänzen nun durch Geschlossenheit. Man findet dann wohlverteilt im Viertel die handgeschriebenen Zettelchen, die kund tun, dass man 'geschlossen' hat. Wenn man Glück hat, dann steht sogar dabei, wann wieder geöffnet ist. Wie gesagt, wenn man Glück hat. So locker gehen die Geschäftsinhaber mit uns, ihren "geschätzten Kunden", um. Helmut Naseweis findet das nicht gerade gut. Deshalb hat er sich vorgenommen, in den nächsten Tagen das Viertel zu durchstreifen und sich ein paar Notizen zu machen. Dann wird er sich hier melden und Sie/Dich/Euch teilhaben zu lassen, wo es denn dringend einer kleinen Änderung bedarf. Versprochen!

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