Sonntag, 17.12.2017 16:29 Uhr

Blue Balls Festival 17, Taj Mahal & Keb’Mo‘

Verantwortlicher Autor: Léonard Wüst Luzern, 28.07.2017, 08:20 Uhr
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Taj Mahal und Keb‘ Mo‘ (links)
Taj Mahal und Keb‘ Mo‘ (links)  Bild: Blueballs Festival Luzern, Pressefoyer Jay Blakesberg

Luzern [ENA] Blue Balls Festival 17, Taj Mahal & Keb’Mo‘, 23. Juli, besucht von Léonard WüstHochdekoriert ist Keb 'Mo', unter anderem mit drei Grammys, sein temporärer Bühnenpartner Taj Mahal (*1942) hat ebenfalls zwei solcher sehr begehrter Statuen zuhause stehen.

. Live Auftritte mit diversen Grössen der Weltmusik, u.a. mit Eric Clapton im Madison Square Garden in New York zieren das Palmares des als Kevin Moore 1951 in Los Angeles geborenen Keb' Mo'. Taj Mahal steht seit dem Beginn seiner Karriere für einen weltoffenen Jazz. Auch er trat schon im Madison Square Garden von New York auf und zwar 1979 beim Konzert zum zehnjährigen Jubiläum des Woodstock-Festivals, bei dem er ja damals selber auch aufgetreten war.

Vor dem Konzert betrat Festivalgründer – und Direktor Urs Leierer die Bühne, begrüsste das zahlreich erschienene Publikum und erklärte, dass beide Protagonisten des Abends schon in den Anfängen des Blueballs Festivals mit dabei waren, so auch 1998, als das damals, 1992 gegründete, noch kleine Festival aus grad mal sechs Konzerten bestand, welche im grossen Saal des alten Hotel Union stattfanden. Eines dieser Konzerte spielte Keb 'Mo' und das damalige Abschlusskonzert wurde von Taj Mahal bestritten. Die zwei Veteranen des Blues haben gemeinsam eine Platte eingespielt benannt ganz einfach „Taj Mahal und Keb‘ Mo‘“, die sie heute Abend zum Besten geben würden, das garantiere den perfekten Konzertgenuss, erläuterte Leierer.

Dann wurde das Set von den Musikern eingenommen, zuerst betrat Keb 'Mo', zusammen mit dem Keyboarder, Schlagzeuger, Bassisten, dem Trompeter und der Saxophonistin die Bühne, gefolgt vom Senior der „Bühnenmannschaft“, dem 75jährigen, wie immer, mit einem Borsalino kopfbedeckten Taj Mahal. Später gesellten sich noch zwei Töchter von Taj Mahal als Backgroundsängerinnen dazu.

Taj Mahal und Keb’ Mo’
Taj Mahal und Keb’ Mo’
Taj Mahal und Keb’ Mo’

Rock – folkiger Start in das Set

Schon startete der Schlagzeuger ein Intro, spielte T.M. seine Mundharmonika, driftete K.Mo auf seiner Slidegitarre, getragen vom kompakten Sound der gesamten Band. Ohne Pausen performten sie einen mitreissenden Song nach dem andern, sich abwechselnd als Leadsänger betätigend, mal mit den Sängerinnen zusammen chorend. Selbst Zoe, eine der Töchter, durfte für einen Song den Solopart übernehmen und fiel keineswegs ab. T.M. machte ausgiebig Gebrauch von seiner Bluesharp (Mundharmonika), was das Bluesfeeling zusätzlich verstärkte und vom sachkundigen Publikum ab und zu mit Spontanapplaus belohnt wurde.

Wenn zwei Kumpel musikalisch zusammenspannen

Wenn zwei Kumpel musikalisch zusammenspannen Das Zusammenspiel der beiden Hauptfiguren besticht durch handwerklich äusserst solide, sehr abgeklärt und entspannte Arbeit, eine tolle Songauswahl, gesungen von den beiden, von denen der eine auch stimmlich die jüngere Version des älteren sein könnte. Mitgetragen von ausgezeichneten Mitmusikern liefen die beiden zur Höchstform auf, sparten auch nicht mit einem Spruch ab und zu. Sie liessen einander genug Raum, damit beide glänzen konnten, ab und zu garniert mit perfekten Soli der Bandmitglieder.

Die Protagonisten transformierten Seebecken in einBluesdelta

Dank ihrer unbändigen Spielfreude, dem satten, unverfälschten Sound, verwandelten die Protagonisten das Blueballs zu einem veritablen Bluesballs, Am Ende des Sets forderte das, stehend applaudierende Publikum, vehement Zugaben, die von den Künstlern, sichtlich vergnügt und amüsiert, denn auch gewährt wurden. Die Besucher standen, applaudierten, hüpften und tanzten begeistert von diesem Hammerkonzert, das wohl einer der Highlights des Blueballs 2017 gewesen sein dürfte. Schlussendlich verliessen die Musiker, noch immer heftig umjubelt, Hüfte schwingend die Bühne und das zufriedene Publikum machte sich glücklich und angeregt auf den Heimweg.

Ein tolles Konzert mit richtig schönem Südstaatengroove, den man sonst nur am Bluesfestival Luzern im November jeweils hört. Vater und Sohn? Oder Lehrmeister und Schüler? Keb‘ Mo‘, der um neun Jahre Jüngere, antwortete einmal in einem Gespräch sehr bestimmt: «Beides trifft zu! Ganz einfach: Taj Mahal war mein Mentor, mein Vorbild.» www.blueballs.ch www.leonardwuest.ch Für aktuelle regionale Nachrichten und Kultur aus der Innerschweiz besuchen Sie www.innerschweizonline.ch Für aktuelle regionale Nachrichten und Kultur aus dem Ruhrgebiet die www.bochumer-zeitung.com

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