Samstag, 20.10.2018 07:02 Uhr

Lieder sind Brücken, die verbinden

Verantwortlicher Autor: K.-W. Fleißig Veilsdorf, 16.01.2018, 14:40 Uhr
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Veilsdorf [ENA] Seinen traditionellen Liederabend hat am vergangenen Samstagabend der Gesangsverein Veilsdorf veranstaltet. War es früher ein chorinterner Liederabend, der am Samstag nach dem 6. Januar als Dreikönigssingen stattfand, so hat der Gesangsverein diesen ab dem Jahr 1995 geöffnet und lädt dazu immer wieder Gastchöre ein. Der Gesangsverein Veilsdorf zusammen mit dem Schlosserchor Kloster Veilsdorf, ...

der Seniorenchor Veilsdorf, der Gemischte Chor Gellershausen, der Männerchor Judenbach, der Gemischte Chor Schackendorf und der Frauenchor Gauerstadt haben in diesem Jahr den 23. Liederabend unter dem Motto „Lieder sind Brücken, die verbinden“ kulturell im Veilsdorfer Rathaussaal gemeinsam bestritten. Nach dem Einzug der beiden gemeinsam auftretenden Chöre vom Gesangsverein Veilsdorf und dem Schlosserchor Kloster Veilsdorf begrüßte Thomas Stang die Gastchöre und weiteren Besucher im Rathaussaal.

Unter ihnen auch der Vorstand des Hildburghäuser Sängerkreises Heiko Schwesinger. Eine Pause zwischen den einzelnen Chören wäre nicht vorgesehen, so die Ansage, um genügend Zeit für ein gemütliches Beisammen sein zu haben. Mit dem „Neujahrsgebet“ von Hermann Kappen gab es zunächst einen rezitatorischen Einstand. Da gab es ein Trinklied und die „Uraufführung“ des Liedes „Herr Wirt“. Goldener Wein, ein heißer Kuss und ein junges Mägdelein kamen darin ebenso vor wie die Aufforderung „Schenkt ein, füllt die Gläser mit goldenem Wein“. Weitere Lieder der beiden Chöre waren das „Abendrot“ oder auch der „Deutschmeistermarsch“ und ein Opferlied von Beethoven.

Der Liederabend war auch Anlass, die beiden Chormitglieder Rolf Mayer für sein 50-jähriges aktives Singen im Chor und Gerhard Beisler für sein 30-jähriges Chorsingen zu ehren. Für Beisler ist es mittlerweile in seinem Sängerleben der sechste Chor, dem er angehört und er ist außerdem gegenwärtig zeitgleich in den Chören in Erlau, Frauenwald und eben Veilsdorf aktiv. Von Chorleiter Stefan Höfer ist am Rande der Veranstaltung zu erfahren, dass der Veilsdorfer Gesangsverein und der Schlosserchor Kloster Veilsdorf seit ca. vier bis fünf Jahren zusammen auftreten, regelmäßig auch zusammen proben und rund 40 Mitglieder zählt.

Höfer ist der Chorleiter der beiden Chöre, seit dem Jahr 2005 in Veilsdorf und dem Jahr 2013 in Kloster Veilsdorf. Zu einem gemeinsamen Chor möchte sich der Schlosserchor allerdings nicht zusammenschließen, so Stefan Höfer. Der Gesangsverein Veilsdorf gehöre außerdem, ist zu erfahren, zu einem der ältesten Chöre in Thüringen. Die Chorleiterin Selma Pfeifer des Veilsdorfer Seniorenchores begrüßte die Besucher des Liederabends und die Sangesfreunde mit einem kräftigen Prosit Neujahr. Heute sind es 15 Frauen im Alter zwischen 70 und 87 Jahren, die dem Chorleben frönen. Früher seien es 35 an der Zahl gewesen. Zusammen mit den Seniorenchören aus Jena und Ilmenau sei man bei überregionalen Chortreffen die Thüringer „Vertretung“.

Begonnen hatte der Beitrag der Seniorinnen mit einem Canon. „Das alte ist vergangen“ – dieses Lied schlug einen Bogen zwischen Vergangenem, dem Heute und dem Morgen. Schließlich interpretierten die Frauen das Lied „Die Nacht ist kalt und klar“ und sangen von einer wunderbaren Welt oder auch der Sonne, die mit hellem Schein blickt. Das Chormitglied Ilse Jahn sollte für ihre 50-jährige Chorleidenschaft geehrt werden, konnte jedoch nicht anwesend sein. Der Gemischte Chor Gellershausen um den Chorleiter Wilfried Steinert begann den Auftritt mit einigen Gedanken zum neuen Jahr.

Auf die Frage an das Publikum, ob man tagsüber gelächelt habe, antwortete der Chor gleich selbst mit dem Lied „Schenk ein Lächeln“. Immerhin komme das Lächeln letztendlich zu einem wieder zurück. „Man ist nie zu alt um jung zu sein“ oder „Ein kleines Stück Musik kann ein Wunder sein“ wurden ebenfalls angestimmt. Stimmlich wurden die Zuhörer dann nach Schottland entführt und die Frage gestellt, ob denn „alles was, was uns verband, vorbei sei“. Wenn man von einem besonderen Höhepunkt des Abends sprechen kann – es haben aber alle Chöre ihr Können bewiesen – dann war es der Männerchor aus Judenbach.

„Da muss man besonders zuhören, die sind gut“, war von dem einen oder anderen Chormitglied des Abends zu hören. Chorleiter Klaus Mechtold kündigte für ihre Darbietung einen kleinen Strauß bunter Melodien an. Dazu gehörte das Volkslied „Erlaube mir feins Mädchen in den Garten zu gehen“ ebenso wie das „Türmerlied“, Interpretationen aus der Zauberflöte oder auch das Lied vom Schneider. Die Pointe bei letzterem war die Antwort auf die Frage, was der Schneider letztendlich will: „Einen Veilsdorfer Brathering“ natürlich. Zwei Lieder gab es von einem Teil des Gesamtchores, der kleinen Besetzung, dem „Belcanto“-Chor.

Dazu gehörte das Lied vom Mann im Mond, der nur zuschaut oder eine etwas eigene Interpretation vom Mond, der aufgegangen ist. Dieses Lied, so scherzhaft, würde nur bei jedem zweiten Auftritt klappen, so Klaus Mechtold. Scheinbar war es der zweite Auftritt, denn die Interpretation hat wunderbar geklappt und ein toller Applaus war den Sängern sicher. Der Gemischte Chor Schackendorf mit Chorleiter Hans Pfeifer besang beispielsweise die Forelle nach Wiener Art oder die Wolgaforelle. Außerdem haben sich die Sängerinnen und Sänger einen Walzer von Strauß erarbeitet und stellten von Wein und Weib den Gesang, die Rosen und die Donau in den Mittelpunkt.

Dann gab es da noch die beiden Liebeslieder „Bist du net bei mir“ und „In Gedanken bin ich bei dir“, bevor es das Lied „Zum Abschluss“ gab. Der Frauenchor Gauerstadt unter Leitung von Sebastian Wolf – Gauerstadt ist ein Ortsteil von Bad Rodach – dankte für die Einladung und stellte den Gedanken des Abends „Lieder sind Brücken, die Verbinden“ in den Mittelpunkt. Sie sangen vom Frieden und Menschen, die Musik in ihren Herzen tragen. Dabei ging es auch um den Gedanken der Kerzen als Symbol der Wiedervereinigung zwischen Ost und West. Nenas „99 Luftballons“ sollten ebenfalls eine Brücke zum Frieden schlagen bevor Gedanken aus einem Walt Disneys Musical zu Gehör gebracht wurden oder „Rock my Soul“ interpretiert wurde.

Den Abschluss des offiziellen Teils bildete ein gemeinsames Singen von Sängern des Gesangvereins Veilsdorf mit dem Schlosserchor Kloster Veilsdorf und des Männerchors Judenbach. Die beiden Chöre gaben das Lied „Liegt ein Fass in einem tiefen Keller“ – das natürlich mit einem wunderbaren Wein gefüllt war – und ein Lied von einem schönen Wald zum Besten. Eine Zugabe war natürlich obligatorisch. Durch den Abend führte das Veilsdorfer Chormitglied Thomas Stang und die Pausen überbrückte Michael Peschke. Er sorgte auch für die Unterhaltung im gemütlichen Teil des Abends.

Alle Chöre haben sich von ihrer besten Seite gezeigt und leise oder rhythmische sowie beschwingte Lieder aus ihrem Repertoire dargeboten. Anhaltender Applaus ist der beste Lohn für die getane „Arbeit“ – und davon gab es reichlich. Bei den Liedern und Weisen, wo es möglich war, ging das Publikum mit und schunkelte oder klatschte im Takt der Sängerinnen und Sänger. Es war ein gelungener Abend, der das kulturelle Leben der Gemeinde Veilsdorf bereichert und zu einer schönen Tradition über fast ein Vierteljahrhundert geworden ist. Im kommenden Jahr kann der Gesangverein Veilsdorf auf sein 175-jähriges Bestehen blicken.

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