Mittwoch, 18.10.2017 18:26 Uhr

25 Jahre Flugwerft Schleißheim

Verantwortlicher Autor: Andi Schmidt Oberschleißheim (D), 01.08.2017, 06:57 Uhr
Presse-Ressort von: Andi Schmidt Bericht 5024x gelesen
Transall-Gastmaschine zum Jubiläum der Flugwerft
Transall-Gastmaschine zum Jubiläum der Flugwerft   Bild: Andi Schmidt www.andi-schmidt-aviation.de

Oberschleißheim (D) [ENA] Das diesjährige *Fly-In* in der Außenstelle des Deutschen Museums, Flugwerft Schleißheim feierte mit einem bunten Rahmenprogramm zusätzlich das 25 jährige Bestehen der Flugwerft. Ein Ort voller Historie am ältesten und bis heute noch aktiven Flugplatz Bayerns.

Vom frühen Gleitflugapparat bis zum Eurofighter - in der Flugwerft Schleißheim dokumentieren etwa 70 Flugobjekte ein Jahrhundert ziviler und militärischer Luftfahrtgeschichte. Der Kern des Museumsgebäudes stammt aus der Zeit um 1912, als an dieser Stelle einer der ersten Flugplätze Bayerns entstand, der noch heute in Betrieb ist. In der gläsernen Restaurierungswerkstatt kann man mitverfolgen, wie Flugzeuge wieder instand gesetzt werden.

Dornier Do 27
Yakovlev Yak-52
Dornier Do 27
Antonov AN-2 / Pilot: Helmut Koldiz
Antonov AN-2 / Pilot: Sascha Hoffmann
Junkers JU-52 / JU-Air

Flugplatz - Historie

Flugwerft und Flugplatz Schleißheim gehören zu den ältesten Flugplatzanlagen Deutschlands. Ihre Geschichte spiegelt die wechselvolle Entwicklung der Luftfahrt wie auch die politische Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert wider. 1912 wird das Gelände südlich der Schleißheimer Schlösser als Standort der königlich-bayerischen Fliegertruppe auserwählt. Im Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918 wird hier fliegendes Personal ausgebildet. Zahlreiche Flugzeughallen, Unterkunfts- und Lehrgebäude werden erstellt.

Von 1922 bis 1933 wird der Flugplatz zivil genutzt bevor zu Beginn des Zweiten Weltkrieges ein Ausbau zu einem *Fliegerhorst* der Luftwaffe beginnt. Nach Kriegsende belegt die US Army den Platz. Bis 1968 sind auf der "Schleißheimer Army Air Base" amerikanische Transport-Hubschrauber stationiert. Nach der Gründung der Bundeswehr nutzen ab 1958 auch die Heeresflieger den Flugplatz. Sie werden erst 1981 verlegt, damit endet der militärische Flugbetrieb in Schleißheim. Genutzt wird der Flugplatz heute von der Fliegerstaffel Süd der Bundespolizei und von einigen Flugsportvereinen.

Veranstaltungsgelände
Flugwerft Schleißheim
C-160 - Transall / Bundeswehr
Innenraum /Ladefläche
Ausrüstung für medizinischen Transport
Sonderbemalung LTG 61 / Penzing

Vergangenheit und Gegenwart

Nach der Auflassung des Flugplatzes verfallen die historischen Gebäude aus der Anfangszeit der Fliegerei. Sie können aber erhalten werden und sind nach einer Restaurierung Kern der ersten Außenstelle des Deutschen Museums. Die Flugwerft Schleißheim wird 1992 als Museum für Luft- und Raumfahrt eröffnet. Quelle: Textpassagen des Deutsches Museum Flugwerft Schleißheim. An den Jubiläumstagen 8. und 9.Juli 2017 wurde an die wechselvolle Geschichte dieses Flugplatzes erinnert. 40 historische Flugzeuge waren für dieses Wochenende angekündigt. Doch wie üblich für eine solche Freiluft-Veranstaltung sind Änderungen immer möglich. Entfall sämtlicher Hubschrauber der Bundespolizei wegen der Einsätze in Hamburg zum *G 20*.

Kennzeichen: D-ILIT, Hersteller De Havilland, Typ DH 89Dragon Rapide, Baujahr 1945 war für Rundflüge vorgesehen, konnte aber wegen Reparaturarbeiten nicht teilnehmen. Ein weiterer Ausfall, die registrierte D-IROM, Hersteller Beech, Typ E18S, Baujahr 1957 ebenfalls durch Reparatur. Planmäßig jedoch die Rundflüge der schweizerischen JU-Air mit Junkers JU-52 und dem Doppeldecker Antonov AN-2. Sascha Hoffmann führte am Samstag in würdiger Nachfolge seines im letzten November verstorbenen Vaters Paul die beachtliche Menge von zehn Rundflügen mit seiner AN-2 durch. Zur Verstärkung schwebte Helmut Kolditz mit einer weiteren AN-2 am frühen Nachmittag ein.

Marwig Herzog fliegt diesen Doppeldecker
Waco YKS-6 / Baujahr 1936
C-160 - Transall / Bundeswehr
Hier rockt der Chef persönlich...
Generaldirektor Deutsches Museum: Prof.Dr.Wolfgang M.Heckl
Gesangseinlage in der Flugzeughalle

Gelungene Veranstaltung

Bereits Freitagmittags landete die sonderbemalte Transall C-160 vom LTG 61 aus Penzing am Flugplatz, als Ausstellungsstück am Museumsgelände für das Wochenende. Einige Tausend Besucher kamen bei sommerlichen Temperaturen auf das Freigelände. Live-Musik, Verpflegung mit Speis und Trank, dazu Eintrittspreise wie vor 25 Jahren mit einem Entgelt von 3,-- DM lockte die vielen Gäste aus dem Umland. Moderation der Veranstaltungstage durch Marwig Herzog. Als aktiver Oldtimer Pilot und ehemaliger Deutscher Meister im Fallschirmsprung schafft er eine wunderbare Balance in Information und Unterhaltung. Eine sehr gelungene Jubiläumsveranstaltung.

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