Mittwoch, 28.06.2017 05:39 Uhr

EC 135 – Der Rettungshubschrauber

Verantwortlicher Autor: Andi Schmidt München-Niederöblarn (A), 01.03.2015, 00:03 Uhr
Presse-Ressort von: Andi Schmidt Bericht 4912x gelesen
Eurocopter EC 135 in Niederöblarn
Eurocopter EC 135 in Niederöblarn  Bild: Andi Schmidt www.andi-schmidt-aviation.de

München-Niederöblarn (A) [ENA] Robust, zuverlässig und stark. Dies sind mit einfachen Worten die Stärken des Typs 135 von Eurocopter. Seit Jahren hundertfach produziert und im täglichen Einsatz weltweit in Verwendung. Rettungsorganisationen können sich auf den bewährten Hubschraubertyp stets verlassen.

Seinen technischen Ursprung findet das Modell 135 in der Basis der legendären Bo 105 von Messerschmitt-Bölkow-Blohm. Neue Anforderungen im Lastenheft waren eine größere Kabine und stärkere Motoren. Bewährte Technik im Bereich des Hauptrotors wurde lediglich an das Know-how der heutigen Zeit angepasst. Geblieben ist somit der gelenk-und lagerlose Rotor mit seinen verwindungsfähigen vier Blättern aus dem Hightech-Material *Glasfaser verstärkter Kunststoff*. Selbst der Großteil der Zelle des Hubschraubers besteht aus diesem Material.

Sichere Flugeigenschaften mit weniger Lärm

Gesteuert und geflogen wird der Hubschrauber per *Fly-by-Wire* Technologie, d.h. sämtliche Lenk- und Flugmanöver als direkte Einwirkungen des Piloten am Steuerknüppel werden als elektronische Signale an den Servomotoren der Fluglenksysteme unmittelbar und ohne Kraftaufwand des Piloten umgesetzt. In Verbindung mit bordeigenen Flugcomputern sichert das System *Fly-by-Wire* perfekt geflogene Flugmanöver bezüglich der Höhe/Schwebeposition mit automatischer Anpassung des Drehmoments am Hauptrotor. Der Pilot wird durch den Einsatz dieser Technik wesentlich in seiner Arbeit unterstützt und erzielt mit seiner Flugmaschine ideal kontrollierbare Flugphasen.

Durch den teilverkapselten Heckrotor wurde eine deutliche Geräuschreduzierung erreicht. Mit 86 Dezibel ist der Schallpegel des Hubschraubers entsprechend modern und zeitgerecht. Mit diesen vielen guten Eigenschaften wurden bereits über 500 Einheiten vom Typ EC 135 allein im Bereich der Luftrettung seit der Serienproduktion in 1996 verkauft und das bedeutet ca. 25 Prozent Marktanteil weltweit. Neben der Luftrettung in Deutschland findet man das Modell in Rettungsorganisationen von Österreich, Polen, Türkei und sogar auch in China. In einigen Ländern wie zum Beispiel Jordanien und der Schweiz, findet der Hubschrauber seine Verwendung beim Militär mit der Bezeichnung *Eurocopter EC 635*.

Breites Einsatzspektrum

Die Bundespolizei verfügt ebenfalls über einige Einheiten dieses Hubschraubers für Verbindungs- und Beobachtungsflüge und Aufgaben wie der Absicherung der Schienenstrecke/Gleiskörper des Hochgeschwindigkeitszuges ICE in Deutschland. Zur Verkehrsüberwachung und weiteren Aufgaben besitzt die Bayerische Polizei mit ihrer Polizeihubschrauberstaffel derzeit acht Maschinen gleichen Typs. Neben der DRF (Deutsche Rettungsflugwacht e.V.) und der ADAC-Luftrettung gibt es in Deutschland auch private Besitzer bzw. Firmen mit Hubschrauber EC 135.

Neuer privater Eigentümer (Oberschleißheim 2011)
Vorgewärmte Kabine im Wintereinsatz (München 2015)
In Privatbesitz (Tannheim 2010)

In Österreich wird durch den *Christophorus Flugrettungsverein* ausschließlich dieser Typ eingesetzt als Notarzthubschrauber. Übergeordnete Organisation ist dabei der Automobilclub ÖAMTC. Von den 16 Stützpunkten aus werden ganzjährig Einsätze bei medizinischen Notfällen, Unfällen und Überstellungsflüge durchgeführt. Das österreichische Bundesheer hatte sich zuvor als staatlicher Organisator generell aus der Flugrettung zurückgezogen. Finanzielle Gründe waren anscheinend hierfür der Anlass. In den Wintermonaten ist die Bergrettung per Hubschrauber jedoch immer wieder stark gefragt. In Niederöblarn in der Steiermark ist *Christophorus 14* seit dem 1.Juli 2001 am dortigen Flugplatz stationiert.

Niederöblarn 2014
Niederöblarn 2014
Niederöblarn 2014
Niederöblarn 2014
Niederöblarn 2014
Niederöblarn 2014
Anflug zur wartenden Bodenmannschaft
Vorsichtiges Annähern zur Bodenmannschaft
Vorbereitung zur Aufnahme von Helfern
Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Info.