Dienstag, 19.06.2018 08:17 Uhr

Fliegerlegende Walter Eichhorn

Verantwortlicher Autor: Andi Schmidt München (D), 05.04.2018, 00:03 Uhr
Presse-Ressort von: Andi Schmidt Bericht 6756x gelesen
Walter Eichhorn mit seiner *North American T-6*
Walter Eichhorn mit seiner *North American T-6*  Bild: Andi Schmidt www.andi-schmidt-aviation.de

München (D) [ENA] Er ist eine wahre Legende. Walter Eichhorn. Und zum Glück eine lebende Legende, so dass man ihn im April zur *AERO* in Friedrichshafen und kurz darauf in Berlin anlässlich der *ILA* erleben kann. Zu beiden Luftfahrt-Messen reist der Flug-Veteran mit seinem Oldtimer *T-6* an.

Sein geliebtes Fluggerät, die *North American T-6* ist Baujahr 1942. Sein eigenes Geburtsdatum ist der 20.07.1936. Wenn man von einem *Oldie* sprechen will, kann nur das Flugzeug gemeint sein. Denn mit seinen 81 Jahren ist Walter Eichhorn absolut topfit. Kerzengerade sein Gang, hellwach seine Augen. Sobald er im Cockpit seiner *T-6* sitzt und den 600 PS starken Motor zum Leben erweckt, befindet sich Walter in seinem Element. Loopings und Rollen am Himmel zu fliegen, gehört zu seinem Standardprogramm.

Ausgewandert nach Kanada zum Fliegen

Mit 19 Jahren und einer absolvierten Lehre als Kfz-Schlosser wanderte Walter Eichhorn nach Kanada aus. Sein vorrangiges Ziel den Pilotenschein zu erwerben, was damals Mitte der fünfziger Jahre in Deutschland nicht möglich war, ließ er dabei niemals aus den Augen. Das benötigte Geld für Flugstunden verdiente er sich hauptsächlich als LKW-Fahrer. Den Flugschein hatte er in Rekordzeit in der Tasche; als Absetzpilot von Fallschirmspringern packte ihn schnell der Ehrgeiz, selbst Fallschirmsprünge durchzuführen. Als kanadischer Staatsbürger erlangte Walter Eichhorn während einiger Jahre viel Flugerfahrung und unzählige Fallschirmsprünge.

Zum Ende der sechziger Jahre expandierte die Lufthansa stark den Flottenpark und suchte erfahrene Piloten. Der richtige Zeitpunkt für Walter Eichhorn nach Deutschland zurückzukehren. Bald hatte er die Fluglizenz als Kapitän des dreistrahligen Jets Boeing B727 gemeistert. In seiner Freizeit gründete er das aus zehn Springern bestehende Team *Walters Vögel*. Dieses Fallschirmspringerteam holte sich Anfang der 70iger einige Deutschland- und Europarekorde im Formationssprung, dreimal sogar *WM-Bronze*. Nach diesen Erfolgen mit den *wilden Kerlen* zog sich Walter Eichhorn aus der aktiven Springerszene zurück.

*North American T-6*
Walter Eichhorn erstes eigenes Flugzeug
*North American T-6*

Flugkapitän bei der Lufthansa-Airshowpilot in der Freizeit

Stets treu verbunden blieb er seiner ersten eigenen Maschine, der *North American T-6*, die er bei Flugshows in Deutschland und Europa im Kunstflug präsentierte. Bei der Lufthansa führte ihn der Weg im Zeitraum 1966 bis 1996 von der Boeing B727 zum Airbus A300, weiter zur McDonnell Douglas DC-10 und letztendlich zum Jumbo-Jet Boeing B747 in der Verantwortung eines Kapitäns. Die wenig vorhandene Freizeit, bedingt durch den Langstreckenflugverkehr, widmete Walter Eichhorn liebend gerne den Klassikern der Luftfahrt.

15 Jahre Flugerfahrung mit Junkers JU-52, 16 Jahre mit der Messerschmitt Me-109, nebenbei aber auch Antonov AN-2, den Doppeldecker Boeing-Stearman, den Jägern des Zweiten Weltkrieges P-51 Mustang und der Yakovlev YAK-11 oder der im Vergleich zahmen Dornier Do-28. In den absolvierten Flugstunden und entsprechender Erfahrung mit dem fliegerisch sensiblen Flugzeugtyp Messerschmitt Me-109 hält Walter Eichhorn den Weltrekord. Für einige internationale Film- und Kinoproduktionen wurde er als Stunt-Pilot dieses Fluggerätes engagiert. 2006 an der Seite von Tom Cruise in der Verfilmung *Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat*.

*North American T-6*

Vater und Sohn als Piloten-Team bei Airshows

Weit über 20.000 Flugstunden trägt Walter Eichhorn in seinem der Fliegerei gewidmetem Leben schon *auf dem Buckel* wenn diese saloppe Redensart so erlaubt ist. Eine Fliegerlegende von internationalen Ruhm und Ehre in der Luftfahrtszene. Und dicht gefolgt in der Bekanntheitsskala von seinem Sohn Toni Eichhorn, Jahrgang ´71. Toni ist ebenfalls Flugkapitän bei der Lufthansa und fliegt verschiedene Airbus-Typen.

Zusammen als Vater-Sohn-Duo fliegen sie seit mehr als zwanzig Jahren stimmungsvollen Kunstflug mit verschiedenen Flugzeugmustern. Anfangs mit zwei *T-6*, zeitweise *T-6* und dem Jet *Aero L-29 Delfin*, kurzfristig mit zwei modernen Kunstflugmaschinen Typ *EXTRA 330*. Seit 2016 glücklicherweise wieder mit der gewohnten *North American T-6* von Walter und dem Neuerwerb für Toni einer *North American T-28 Trojan*. Somit ist satter Motorensound garantiert, vorgeführt von einem perfekten Piloten-Team. Danke Walter und Toni Eichhorn!

*North American T-6*
*Extra 330*
*North American T-6*
Kurzfristig waren die modernen *Extra 330* im Einsatz
Die Kunstflugzeug-Maschinen wurden durch eine *T-28* ersetzt
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