Donnerstag, 17.08.2017 10:04 Uhr

Flugschulung in Jesenwang

Verantwortlicher Autor: Andi Schmidt München-Jesenwang (D), 01.06.2015, 00:07 Uhr
Presse-Ressort von: Andi Schmidt Bericht 5411x gelesen
Flugschulung im Frühjahr
Flugschulung im Frühjahr  Bild: Andi Schmidt www.andi-schmidt-aviation.de

München-Jesenwang (D) [ENA] Bereits seit Ende März wird wieder fleißig geübt am Flugplatz Jesenwang südwestlich von München. Starts und Landungen am laufenden Band könnte man fast sagen. Für manche Flugschüler ist dies die erste Stunde im Cockpit und am Steuerknüppel. Der Beginn einer fundierten Flugausbildung startet hier!

Nach dem Start von der Asphaltpiste mit einer Länge von 460 Metern wird unmittelbar der Steigflug eingeleitet. In einer weit ausgeflogenen Rechtskurve beginnt nun eine sogenannte *Platzrunde* die in etwa acht bis zehn Minuten an Zeit erfordert bevor es wieder in den *Final* also dem Endanflug übergeht. Sobald das kleine Schulungsflugzeug mit seinem starren Fahrwerk die Piste berührt und entsprechend an Geschwindigkeit verliert beginnt die erneute Beschleunigung der kleinen Maschine bis zum Abheben.

Platz für Anfänger und Geübte

Doch nicht nur *Flug-Neulinge* üben mit diesem Prozedere den Übergang vom Start in den Geradeausflug und der Einleitung der Landephase. Auch geübte Piloten nutzen eine große Platzrunde um nach Monaten der Winterpause wieder das notwendige Gefühl für ihre Flugmaschine zu erlangen. Zudem ist jede Flugminute und Flugstunde wichtig für die Erhaltung der Fluglizenz. Die Mindestzahl von zwölf Stunden an Flugzeit innerhalb von 24 Monaten müssen nachgewiesen werden. Für die meisten Piloten ist dies kein Problem.

Bei einigen weniger aktiven Piloten bereitet dieses von der Flugbehörde erlassene Mindestmaß an Flugstunden schon ein leichtes flaues Gefühl im Magen. Durch den drohenden Verlust der Fluglizenz wären einige Tausend Euro an bereits investierten finanziellen Mitteln sofort zunichte. Kosten für die Ausbildung in Theorie und Praxis sowie der regelmäßigen medizinischen Gesundheitsprüfung. Doch Abhilfe schafft die am Flugplatz München-Jesenwang beheimatete eigene Flugschule. Die Flugschule besitzt einen ausgezeichneten Ruf und Wertschätzung bezüglich Ausbildung und weiterer Betreuung wie zum Beispiel Auffrischungs- und Sicherheitstraining oder auch Befähigungsüberprüfung.

Flugplatz mit Eigenheiten und langer Tradition

Wer hier in Jesenwang das Fliegen gelernt hat ist für das Anfliegen von fremden Flugplätzen bestens vorbereitet und entsprechend geübt. Durch die besondere Lage des Flugplatzes Jesenwang in einer Plateau ähnlichen Umgebung im Vergleich zum restlichen unmittelbaren Umland und der Nähe von Wäldern ist stets mit wechselnder Thermik und Seitenwinden direkt am Platz zu rechnen. Dies hat bereits schon viel an Schweiß bei Flugschülern aber auch deren Fluglehrern gekostet. Nicht jeder Freizeitpilot mag den Flugplatz Jesenwang und weicht lieber zur Landung nach Augsburg aus.

Seine Betriebsgenehmigung wurde dem Flugplatz Jesenwang bereits im Juni 1963 erteilt. Damals wurde noch auf einer Graspiste von 300 Metern Länge mit wenigen Kleinflugzeugen und einer Flugzeughalle operiert. Bereits zwei Jahre später folgte die Asphaltierung der Piste auf 400 Metern und einer zweiten Halle. 1968 wird eine Tankstelle in Betrieb genommen und Schulungsbetrieb ab 1969. Mit Fertigstellung einer weiteren großen Flugzeughalle inklusive Büro, Werkstatt- und Schulungsräumen im Jahr 1972 und der zuvor verlängerten Startbahn um 50 Meter konnten bereits 25.732 Flugbewegungen im Jahr und 54 beheimatete Flugzeuge gezählt werden.

Das Lebenswerk des Flugplatzbetreibers Max Walch sen.

1975 die 200.000ste Flugbewegung und 1998 die 1-Millionste-Marke seit Flugplatzöffnung 63´. Zuviel meinten damals bereits einige Anrainer des Umlands. So wurde folgerichtig im Jahr 1990 der Verein *Pro Luftfahrt* am Flugplatz Jesenwang gegründet um mit seinen Statuten ein besseres Auskommen und Miteinander mit lärmgeplagten Anrainern zu erlangen. Der Flugplatz-Betreiber Max Walch sen. reagierte feinfühlig mit Gegenargumenten wie finanzielle Wertschöpfung für das Umland und 60-80 Vollzeitarbeitsplätze sowie einer selbstauferlegten Flugbeschränkung an Sonn- und Feiertagen.

Durch das bis heute andauernde Engagement der Familie Walch halten sich die Attacken von feindlich Gesinnten Anrainern in Grenzen und der Mut und Ehrgeiz des Flugplatz Gründers Max Walch sen. findet Anerkennung weit über die Region hinaus. Jedes Jahr findet am 3.Oktober dem *Tag der Deutschen Einheit* eine große Oldtimer-Veranstaltung statt. Exponate alter Autos, Motorräder, Traktoren und auch Flugzeuge finden dann regelmäßig den Weg nach Jesenwang. Jeweils ein hoher Aufwand für die Mitglieder des Flugplatzes. Aber durch diese Tradition festigt sich das Zusammenleben mit den Bewohnern des Umlandes überaus positiv.

Flugplatz Jesenwang März 2015
Flugplatz Jesenwang März 2015
Bildrechte/Quelle: Google Earth
Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Info.