Dienstag, 23.01.2018 21:07 Uhr

Mustang – Jäger der Lüfte

Verantwortlicher Autor: Andi Schmidt München (D), 01.01.2018, 00:30 Uhr
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Wilhelm Heinz präsentiert seine Mustang P-51D
Wilhelm Heinz präsentiert seine Mustang P-51D  Bild: Andi Schmidt www.andi-schmidt-aviation.de

München (D) [ENA] Mit der Kennung *N6328T* ist die Mustang P-51D im amerikanischen Luftfahrtregister eingetragen. Doch ihr neues Zuhause ist seit 2013 ein Hangar am kleinen Flugplatz Albstadt-Degerfeld (BW). Mit ihrem Titel *Louisiana Kid* begeistert die Maschine die Zuschauer jeder Airshow.

Ende 1944 verließ die Mustang die Montagehallen des US-Herstellers *North American* in Inglewood, Kalifornien. Als eine von insgesamt 6.500 produzierten Einheiten dieser Modellvariante. Weitere fast 1.500 baugleiche Maschinen wurden in dem Zweitwerk von *North American* in Dallas produziert. Die ursprüngliche Version der Mustang als Prototyp *NA-73X* erlebte ihren Erstflug am 26.Oktober 1940. Den Impuls für das *Projekt Mustang* lieferte die Anfrage der Engländer für den Lizenzbau des Vorgängermodells *Curtiss P-40*.

Flugplatz Albstadt-Degerfeld (2017)

Nachfolgemuster der *Curtiss P-40*

Die Aussicht auf ein leistungsstärkeres Nachfolgemusters der *Curtiss P-40* im Dienste der britischen *Royal Air Force* führte zu einer Festbestellung von 620 Maschinen. In einer Rekordzeit von 127 Tagen rollte der erste Prototyp am 9.September 1940 aus dem Hangar. Die gute Aerodynamik und die spezielle Flügelform der Baureihe lieferte eine deutlich bessere Spitzengeschwindigkeit im Vergleich zur *Curtiss* bei Verwendung des gleichen Zwölfzylinder-V-Motor mit 1.150 PS. Der *Allison-Flugmotor* hatte jedoch in großen Höhen allgemein bekannte Leistungsdefizite. Die geplante Verwendung als Jagdflugzeug gegen den Kriegsfeind Deutschland war in dieser Konfiguration nicht vollends gegeben.

Neben der britischen *Royal Air Force* war mittlerweile auch die amerikanische *US-Air-Force* an dem Modell *Mustang P-51* als Jagdflugzeug im Einsatz gegen Deutschland stark interessiert. In der weiteren Reife des Flugzeugtyps flossen ständig Verbesserungen wie z.B. in der Cockpit-Verglasung durch Verwendung einer Plexiglashaube ein. Der Wegfall der vielen Verstrebungen der alten Cockpitscheibe überzeugte die Jagdpiloten im besseren Handling durch mehr Sicht speziell beim Rollen auf dem Boden. Der Höhepunkt im Reifegrade der *Mustang* war die Verwendung des Motors *Packard Merlin V-1650* als Lizenzbau des Hochleistungsmotor der britischen *Rolls-Royce*Flugmotorenwerke mit einer Leistung von 1.650 PS.

Flugplatz Albstadt-Degerfeld (2017)
Pilot u. Eigentümer Wilhelm Heinz
Hahnweide (2016)

Amerikanisches Flugzeug mit britischen Motor in Deutschland

Als Verbündete im Kampf gegen Deutschland war die Kombination –amerikanisches Flugzeug mit britischen Motor- eine Idealbesetzung für ein extrem schnelles Jagdflugzeug mit 700 km/h und einer hohen Reichweite von bis zu 3.300 km mit zusätzlichen Abwurftanks und einer möglichen maximalen Dienstgipfelhöhe von 12.500 m. Zur Bewaffnung zählten sechs Maschinengewehre und einer Bomben-Traglast von fast einer Tonne. Rechnet man alle jemals gebauten Varianten der *Mustang* zusammen ergibt sich die hohe Stückzahl von über 15.000 Maschinen im Zeitraum von 1940 mit dem Prototyp und dem Ende der Produktion in 1945.

Die von Wilhelm Heinz erworbene und pilotierte *Mustang P-51D* mit Baujahr Ende 1944 war anscheinend nicht mehr aktiv im Zweiten Weltkrieg im Einsatz und ging im Jahr 1947 an die kanadische Luftwaffe. Zehn Jahre später wechselte sie zur zivilen Verwendung und Registrierung in die USA. Bei einem Unfall am 31.Mai 1963 wurde die Maschine zerstört aber in den Folgejahren unter Verwendung einer neuen Zelle wieder neu aufgebaut. Nun sehr aufwendig restauriert flog die *P-51D* wieder im Jahr 1978. Lange 35 Jahre hatte die Maschine den gleichen Eigentümer und ihr Domizil in Louisiana. Aus dieser Zeit stammt auch der Taufname. Und seit 2013 ein neues Zuhause auf deutschem Boden in Degerfeld wo sie uns hoffentlich noch lange erhalten bleibt.

Hahnweide (2016)
Rückflug nach Albstadt-Degerfeld
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