Dienstag, 11.12.2018 10:48 Uhr

Rückblick – AERO 2018 Friedrichshafen

Verantwortlicher Autor: Andi Schmidt Friedrichshafen (D), 03.06.2018, 00:02 Uhr
Presse-Ressort von: Andi Schmidt Bericht 7412x gelesen
AERO 2018 - Leichtflugzeug Aquila A 210
AERO 2018 - Leichtflugzeug Aquila A 210  Bild: Andi Schmidt www.andi-schmidt-aviation.de

Friedrichshafen (D) [ENA] Vom 18. bis 21. April war wieder Messezeit in Friedrichshafen am Bodensee. Die alljährliche internationale Messe für den Allgemeinen Luftverkehr *AERO* präsentierte Produkte und Neuheiten aus diesem Sektor der Fliegerei. Ein klarer Trend lässt sich in der leichten und kleinen Bauweise erkennen.

Im Bereich der Ultraleicht-Fluggeräte stieß die neue 600 Kilo-Klasse auf großes Interesse seitens der insgesamt 31.100 Besucher während der gesamten Messedauer. In diese neue Gewichtsklasse konzentrieren viele Produzenten und Aussteller ihren geschäftspolitischen Schwerpunkt mit dem Ziel einer positiven Marktstellung mit entsprechenden Umsätzen. Dabei wird der potentielle Käufer mit einer Vielzahl an Produkten umgarnt.

Ultraleicht-Helikopter Zefhir
Ultraleicht-Helikopter Dynali
Ultraleicht-Helikopter Cicare 8
Phoenix Blackshape Prime
PS-28 Cruiser
Aquila A.210

Die Ultra-Leichten erobern den Himmel

War der Markt und das Angebot an Kleinfluggeräten noch vor Jahren allein den Flächenflugzeugen vorbehalten folgte ein wahrer Boom mit der Präsentation der ersten Gyrokopter, der Mischung aus Flugzeug und Helikopter. Mittlerweile sind diese Gyrokopter bezüglich Technik, Ausstattung und Design in einem sehr ausgereiftem Grade und Vielfalt im Angebot der Hersteller. Angepasst haben sich entsprechend die Verkaufspreise. Tausende von Euros können nun in einen vollverkapselten Luxus-Gyrocopter investiert werden. Eine unschöne Schweißnaht lässt sich auf den ersten Blick bei diesen Luxusfluggeräten nicht erkennen. Verkleidungsteile und Anbauten aus dem Werkstoff Carbon schmeicheln das Auge des Betrachters.

Zu dieser Sparte der Ultraleicht-Flächenflugzeuge und Gyrokopter gesellt sich zunehmend der neue Bereich der Ultraleicht-Helikopter. Ausgelegt für ein oder zwei Passagiere aber der Flugeigenschaft eines *echten* Hubschraubers hofft die Branche für kommerziellen Erfolg der *kleinen Arbeitsbienen* in direkter Konkurrenz der etablierten Hubschraubermodelle wie von Beispiel *Airbus-Helicopters*. Wahrlich trennen momentan noch Welten das Angebot an UL-Helikopter im direkten Vergleich zu den herkömmlichen Hubschraubern.

Aero Volga Borey
Rotax 914 UL Niki Lightning
Rotortec RT219
Gyrocopter Niki Kallithea
Belmont Patino
Innovaviation FX1

Hochmoderne UL´s und ein Oldtimer-Nachbau

Viele der UL-Helikopter befinden sich noch in der Phase und Sonderzulassung der *Experimental Fluggeräte*, doch durch moderne und vor allem leichte Verbundwerkstoffe ist bis zum Ausreizen der 600-Kilo-Klasse noch einiges an Ingenieurskunst und schöpferisches Gedankenpotential in naher Zukunft möglich. Die kleinen UL-Helikopter werden durch den Bruchteil an Betriebskosten im Vergleich zu den großen Hubschraubermodellen gewiss einen eigenen Anwender- und Käuferkreis finden und bedienen. Eine Messehalle der *AERO* war erstmalig nur für die Produkte *Hubschrauber und Helikopter* und deren Zubehör reserviert und ausgelegt.

Erstmalig fand auch der zertifizierte Nachbau einer *Junkers F-13* den gebührenden Platz in dem Innenbereich der Messehallen. Letztes Jahr erlangte das Flugzeug im Außenbereich der Messe nicht die gewünschte große Aufmerksamkeit des Publikums. Sichtlich entspannt und Zufrieden konnte nun Dieter Morszeck, CEO Rimowa Flugzeugwerke AG Junkers, sein Ganzmetallflugzeug in passender Umgebung von *Pilatus und Co.* präsentieren. Zu den *Rimowa-Koffern* aus der Schweiz passt das Modell *Junkers F-13* durch die gerillte silberne Alu-Außenhaut optisch perfekt.

EC-155B Heli Aviation
EC-155 Dauphin Bundespolizei
Sikorsky S-76B Spirit Heli Service International
AS-355F2 Ecureuil 2 Heli Express
MBB Bo.105
Analoges Cockpit MBB Bo.105

Neuer Biz-Jet von Pilatus

Der Außenbereich der *AERO* zeigte diesmal nur noch wenige Flugzeuge aus der Sparte *Business-Jets*. Der schweizerische Flugzeughersteller *Pilatus Aircraft* stellte als Neuentwicklung den zweistrahligen Jet *PC-24* vor. Dieser erste Jet in der langen und erfolgreichen Firmengeschichte von *Pilatus* wird seit 2017 produziert. Bisher wurden 200 Millionen Franken in die Serienfertigung der zwölf Maschinen einschließlich der drei Prototypen investiert. Insgesamt waren für die Entwicklung des Flugzeuges weit über 500 Millionen Franken ausgegeben und damit der budgetierte Aufwand deutlich überschritten worden. Jede Verkaufs-Chance, wie die Präsentation auf der *AERO* muss nun aktiv genutzt werden.

Fazit: Der Messebetreiber zählte während der vier Messetage der *AERO* 31.100 Besucher. Ungebrochen hoch ist das Interesse an den Produkten und Zubehör der Allgemeinen Luftfahrt. Der Trend geht eindeutig in Richtung *Ultra-Leicht* und deren Präsentation in den perfekt ausgestatteten Messehallen. Der Bereich *Business-Jets und Geschäftsreise-Flugzeuge* im Außenbereich der *AERO* verliert zunehmend an Bedeutung und wird seine Zukunft wahrscheinlich am Messestandort Genf finden und sich dort festigen. Nächster Messetermin: 10. – 13. April 2019, AERO Friedrichshafen.

Halboffenes Cockpit der Junkers F-13
Dieter Morszeck, CEO Rimowa Flugzeugwerke AG / Musiker *Smudo*
Junkers F-13
PC-24 BizJet von Pilatus
Piper PA-46-600TP Meridian
HondaJet
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