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Rückblick – ILA 2016 Berlin

Verantwortlicher Autor: Andi Schmidt Berlin (D), 10.07.2016, 15:51 Uhr
Presse-Ressort von: Andi Schmidt Bericht 6020x gelesen
Modernste Triebwerke - A320neo - ILA 2016 Berlin
Modernste Triebwerke - A320neo - ILA 2016 Berlin  Bild: Andi Schmidt www.andi-schmidt-aviation.de

Berlin (D) [ENA] Daten zur Messe: 1.017 Aussteller aus 37 Ländern zeigten Produkte der Luft- und Raumfahrt. Vom 01. bis 04. Juni war das *Berlin ExpoCenter Airport* der Mittelpunkt der internationalen Luftfahrtbranche. Zwei Tage kürzer als in 2014. Straffung auf Wunsch der Aussteller?

Die Verkürzung der Messe um zwei ganze Tage lässt sich nicht so richtig plausibel erklären. Eine offizielle Stellungnahme des gemeinsamen Veranstalters dem *Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e.V.* und der *Messe Berlin GmbH* dazu gibt es nicht. Womöglich ist es eine Kostenfrage. Allein die Bundeswehr war mit 1.000 Angehörigen vor Ort. Dies bindet natürlich beachtliche Ressourcen an Personal und Material.

Triebwerkhersteller MTU
Air-to-Air Flugabwehr
Triebwerkhersteller Rolls-Royce
Fahrwerkhersteller Liebherr
Ausstellungsbereich Earth and Space
Ausstellungsbereich Earth and Space
Airbus Typ A350 XWB
Airbus Typ A350 XWB
Airbus Typ A350 XWB

Flugvorführungen der Luftwaffe

Doch vor allem die Bundeswehr präsentierte neben dem neuen Transporter A400M, Eurofighter, Tornado, Transall und verschiedenen Hubschraubertypen wie zum Beispiel CH53, NH90, Bo-105 nahezu die gesamte Palette an Geräten. Entsprechend müssen diese Gerätschaften für die Vorführungen einsatzfähig gehalten und am Boden gesichert werden. Die Industrie will ja schließlich potentielle neue Käufer aus dem Ausland finden. Ganz getreu dem Motto *Army made in Germany*.

Zwei Tage weniger an Messeauftritt bedeutet eine Kostenreduzierung in Millionenhöhe. Zudem befinden sich verschiedene Maschinen in einer Art *Schongang* wie speziell der neue Airbus-Transporter A400M mit seinen immer noch vorhanden *Kinderkrankheiten*. Den Transporter nur am Boden zu zeigen entspricht jedoch nicht dem gewöhnlichen Prozedere einer internationalen Luftfahrtmesse. Lieber nur eine Leistungsshow auf halber Stufe. Schonung auch für die Transall-Flugzeuge. Länger als geplant müssen sie noch ran.

Imposante Show - A350 XWB
Sehr geräuscharm - A350 XWB
Airbus Typ A320 neo
Sehr effizient im Betrieb - A320 neo
Airbus A310 - Spezialausführung
Airbus A321 - Airliner
Bell UH1D - Bundeswehr
Boeing CH-47 Chinook
Agusta-Westland AW-159 Wildcat - Royal Navy

Fluglärm - Immer wieder ein Messe-Thema

Zwei Tage kürzere Messedauer könnte jedoch auch ein Zugeständnis bezüglich der Proteste von Anrainern sein. Bedingt durch die Flugvorführungen eines Eurofighter oder MIG-29 mit zusätzlichem Schub des aktivierten Nachbrenners werden minutenlang höchste Lärmwerte erreicht. Dabei wirken die Betriebsgeräusche des nur wenige Kilometer entfernten zivilen Verkehrsflughafen Berlin-Schönefeld im direkten Vergleich sehr moderat. Sollte jemals der umstrittene Flughafen-Berlin-Brandenburg als alleiniger Flughafen der Bundeshauptstadt Berlin fungieren, das heißt in Ablöse von Tegel und Schönefeld, wird der Fluglärm in der Region entsprechend stark dauerhaft präsent und Realität sein.

Die nun vier Messetage dauernde internationale Luftfahrtmesse am Standort Berlin mit dem erhöhten Lärmpegel der militärischen Kampfjets zukünftig ins Abseits zu stellen, erscheint mir persönlich nicht als Lösung der generellen Flughafendebatte geeignet. Die Zahlen von 150.000 Fachbesuchern und Gästen verdeutlichen das hohe Interesse an dieser Veranstaltung. Neben den stets ausgebuchten Hotels im Umfeld profitieren speziell das Taxigewerbe und die Gastronomie von dem Zusatzeinkommen durch anwesende Messebesucher.

Orion P-3C - Marine
Rockwell B-1B mit Drohne
Antonov-178 - Ukraine
Hubschrauber Typ Mi-8
Eurocopter EC-145
Douglas A4-N Skyhawk
MIG-29 - Luftwaffe Polen
Eurofighter - Luftwaffe - Startklar für den nächsten Tag
Northrop F-5E Tiger II - Patrouille Suisse

Zukunft der ILA am Standort Berlin nicht sicher

Fazit: Im direkten Vergleich zu der Veranstaltung in 2014 gab es nicht viel Neues. Der Airbus Typ A330 in der militärischen Funktion als Tank- und Transportflugzeug wurde als ILA-Premiere gezeigt. Das Großraumflugzeug A380 von Emirates und das Airbus-Flaggschiff A350 in der Version *X-Wide-Body* beeindruckt nur Messe-Erstbesucher. Der mit neuen, umweltfreundlicheren Triebwerken ausgestattete *kleine Bruder* A320neo ebenso. Die Oldtimer-Riege mit der zwei-motorigen *Li-2* oder der *B-25* und *Douglas DC-6* der *Flying Bulls/Red Bull* und dem Flugboot *Catalina* sind unter Wiederholung einzuordnen.

Das Szenario einer Evakuierung mittels dem Einsatz von Tornado, Transall, CH-53-Hubschrauber und dem *Nato-Helicopter NH-90* sah man auch in 2014. Gut und bewährt das Flugprogramm der schweizerischen *Patrouille Suisse* mit sieben Einheiten Typ *F-5-Tiger*. Wenige Tage später kam es zum ersten Zwischenfall der Staffel seit Bestehen. Zwei Jets berührten sich im Flug während des Trainings zum *Tag der offenen Tür der niederländischen Luftwaffe*. Eine Maschine stürzte daraufhin ab, der Pilot konnte sich mit dem Schleudersitz retten und wurde nur leicht verletzt. Die Teilnahme an der Veranstaltung wurde abgesagt.

Me-262 - Historische Luftfahrt
Douglas DC-6B - Historische Luftfahrt
Douglas DC-6B - Flying Bulls
Leistungsfähiger Hubschrauber AW-159 Wildcat - Royal Navy
Dornier Do-28 - Historische Luftfahrt
Patrouille Suisse - Northrop F-5E Tiger II

Der nächste planmäßige ILA-Messe-Termin wäre für 2018. Falls der Berliner Großflughafen BER in 2017 antritt, ist die Zukunft der ILA in der jetzigen Gestaltung und Ausführung mit ganztägigem Flugprogramm nicht mehr möglich und darstellbar. Adieu Berlin – Willkommen zurück in Hannover? Wir werden sehen und gehen derweil in Warteposition. Zu viele aus heutiger Sicht noch ungeklärte Positionen stehen an.

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