Freitag, 17.08.2018 00:13 Uhr

Die Sprache der Dichter

Verantwortlicher Autor: Rolf Fischer Berlin, 04.02.2018, 12:48 Uhr
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Unterwegs im Netz.
Unterwegs im Netz.  Bild: Frei Pixabay (Foto: Foundry)

Berlin [ENA] Die deutsche Sprache beinhaltet rund 500.000 Wörter, wobei etwa 70.000 Wörter zum zentralen Wortschatz gehören. Goethe, Lessing, Rilke, Thomas Mann und Heinrich Heine sind Meister der Worte gewesen. Dieser meisterhafte Gebrauch von Wörtern hat sich in den sozialen Medien erheblich reduziert.

Facebook und Co. geben vielen Menschen die Möglichkeit, sich zu allen möglichen Themen zu äußern. Oft beschränken sich Beiträge von Nutzern darauf, andere zu beschimpfen und zu beleidigen. Sachliche Diskussionen zu einem Thema sind kaum noch möglich. Das Erbe, welches den Deutschen von den Wortkünstlern hinterlassen worden ist, scheint in Vergessenheit geraten zu sein.

Der Verfall von Sprache.

Sind die Deutschen dümmer geworden? Nein, sicher nicht. Laut verschiedenen PISA Studien hat sich die Schreib- und Lesekompetenz deutscher Schüler verringert. Das ist sicherlich auf das Bildungssystem zurückzuführen. Aber auch Anstand und Sachlichkeit sind in den sozialen Netzwerken nicht gerade an der Tagesordnung. In den Kommentaren wird oft nicht mit Argumenten, sondern mit Meinungen diskutiert. Andersdenkende werden so zum Feind deklariert, der bekämpft werden muss. Das reicht von Beschimpfungen und Beleidigungen bis hin zu offenen Drohungen.

Warum ist das so?

Psychologen führen dieses Verhalten, andere Nutzer zu beschimpfen und zu beleidigen, auf die Anonymität des Netzes zurück. Würden sich diese Menschen persönlich gegenüberstehen, dann wäre der verbale Austausch eher zivilisiert. Eine Rolle spielt auch das Fehlen von Hintergrundinformationen. Kaum ein Beitragsschreiber macht sich die Mühe, sich gründlich kundig zu machen, bevor er einen Kommentar zu einem Beitrag abgibt. Dabei bietet das Internet genügend Quellen, um eine Meinung zu untermauern, um dann sachliche Argumente anführen zu können. Vielleicht ist das auch auf die mangelnde Schreib- und Lesekompetenz mancher User zurückzuführen.

Jeder Nutzer, der gerne seine Meinung in Facebook und Co. äußern möchte, sollte sich immer vor Augen halten, dass Menschen hinter jeder Tastatur sitzen.

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