Dienstag, 21.11.2017 07:25 Uhr

Udo Lindenberg an der Meyer-Werft in Papenburg

Verantwortlicher Autor: Klaus Posser Papenburg, 09.09.2017, 15:16 Uhr
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Aussicht auf das Konzertgelände
Aussicht auf das Konzertgelände  Bild: Klaus Posser

Papenburg [ENA] Der „Panik-Rocker“ Udo Lindenberg begeisterte am Freitag rund 20000 Fans. Es war, wie Nico Röger, Chef des Veranstalters Hannover Concerts sagte, als ein Familienfestival gedacht und so kam es dann auch das Alt und Jung sich zum Außengelände an der Meyer-Werft begaben

Das neue Kreuzfahrtschiff „World Dream“ hat bei bei der Musikveranstaltungen als Kulisse gedient. Im Vorprogramm spielte ab 19 Uhr das Deutschpop-Duo SDP. Während um kurz nach 20 Uhr das Intro läuft und die Mitglieder des Panikorchesters nach und nach die Bühne betreten, schwebt der Rockstar lässig in einem Lift stehend, mit einem Kran von oben auf die 16 Meter breite und 13 Meter hohe Bühne herein. Es hatte auch aufgehört zu Regnen, worauf Udo sagte: „Wenn Engel reisen dann spielt das Wetter mit“. Am Anfang sang er den Song „Ich mach mein Ding“ und eröffnet den Abend. Doch der Regen kam wieder, „Einer muss den Job ja machen“ sagte Lindenberg dann und das Regentief „Quasimodo“ konnte dem Panikrocker nichts anhaben.

Ich habe gute „Connections zu denen da oben“, mit denen Udo seine verstorbenen Eltern Gustav und Hermine meinte, die er explizit beim Namen nannte. „Regen, verpiss Dich!“, hat er gesagt. Es war ein Konzert im Rahmen seiner aktuellen „Stärker als die Zeit“-Tour. Dabei sparte er nicht mit klaren politischen Botschaften. Die absolute Show mit teilweise bis zu 50 Leuten auf der Bühne, Pyrotechnik und erstklassige visuellen Untermalungen begeisterte das Publikum. Dann sind es drei Damen, von denen sich eine an einem Trapez räkelnd in rotem Licht zu den Klängen von „Cello“, einem der jüngeren Lindenberg-Klassiker, bewegt. Udo, schwingte sein Mikro samt Kabel zwischenzeitlich immer wieder, wie bekannt, wie ein Lasso.

Dann Genehmigte sich Udo direkt auf der Bühne ein Gläschen Eierlikör und gurgelte damit „Ist gut für die Stimme“, raunt er dem Publikum zu. Das Panikrocker-Image will eben auch mit 71 gepflegt werden. Einen überraschenden Gastauftritt hatte Komiker-Legende Otto Waalkes, der zusammen mit einem grünen UFO, dem Außerirdische (oder Außerfriesische) schlanke, langbeinige in Silber gehüllt Damen entsteigen auf der Bühne. Zusammen mit Lindenberg gibt der Ostfriesische Blödelbarde eine Coverversion von AC/DCs „Hells Bells“ zum Besten. Zum Abschluss gab Lindenberg den Klassiker „Sonderzug nach Pankow“ und „Alles klar auf der Andrea Doria“ zum besten. Zum Finale beim Song „Reeperbahn“ ging das Publikum begeistert mit.

Am Ende entschwebte Lindenberg auf demselben Weg, wie er gekommen ist: mit dem Lift am Kran, diesmal aber mit einem Raketenstart im Raumanzug. Mit einem Feuer auf der Bühne und einem kurzen Feuerwerk dahinter ging ein packender Konzertabend zu Ende. Die Zuschauer waren begeistert. Eines ist klar: Papenburg hat einen Udo Lindenberg in Top-Form erlebt. Für die Einsatzkräfte verlief der Konzertabend entspannt. Der THW war mit einigen Fahrzeugen und vielen Einsatzkräften vor Ort. Die Leute vom Malteser-Hilfsdienst mussten kaum eingreifen, auch bei der Polizei bleibt die Lage ruhig. „Alles super entspannt“, hieß es.

Die Veranstaltungsfläche ist mittlerweile größtenteils asphaltiert und das machte sich auch positiv bei dem Regen bemerkbar. Wasser zapfen sich die Organisatoren bei der Meyer Werft ab, Strom liefern nach Angaben von Bernd Buthe, dem Technischen Leiter von Hannover Concerts, vier Generatoren für die Bühnentechnik. Buthe ist seit dem ersten Papenburg-Festival im Jahr 2002 dabei und freut sich auch über die Asphaltfläche, auf der sich die Bühne und der Backstage-Bereich befinden. Das ist natürlich viel besser als auf der damaligen reinen Schotterfläche. Ein neuen Einsatz von Lindenberg gegen Kreuzfahrtschiffe hat aber nichts mit denen von der Mayer-Werft zu tun.

Das neue und besonders ehrgeizige Ziel: Er will offenbar verhindern, dass die Kreuzfahrtreederei Tui Cruises weiterhin die Färöer im Nordatlantik mit ihren Kreuzfahrtschiffen anläuft. Der Grund: die dortige Jagd auf Grindwale, die von den Inselbewohnern bereits seit Jahrhunderten praktiziert wird. Auch heute Samstag den 9. bleibt Papenburg im Konzertfieber. Zum seit Monaten ausverkauften NDR-2-Festival mit Jan Delay als Headliner werden 25.000 Musikfreunde erwartet. Mal sehen, wer „Quasimodo“ diesmal am besten die Stirn bietet. Das Festival beginnt um 15 Uhr. Als erstes wird Max Giesinger auf der Bühne stehen.

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