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Bronco - Rarität der Lüfte

Verantwortlicher Autor: Andi Schmidt München (D), 26.01.2025, 18:32 Uhr
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Bronco, 15.06.2012, Teveren/Geilenkirchen
Bronco, 15.06.2012, Teveren/Geilenkirchen  Bild: Andi Schmidt www.andi-schmidt-aviation.de

München (D) [ENA] Ein ungewöhnliches Design begleitet dieses Flugzeug. Die beiden Seitenruder sind mit dem Höhenruder fest verbunden. Die North American Rockwell OV-10 Bronco ist ein von zwei Turboproptriebwerken angetriebenes zweisitziges leichtes Beobachtungs-, Angriffs- und Transportflugzeug mit STOL-Eigenschaft.

Nach den Erfahrungen aus dem Korea-Krieg, gab das US-Verteidigungsministerium 1963 eine Ausschreibung an die Industrie ab. Ein neuer Flugzeugtyp wurde gesucht: Es sollte ein zweimotoriges propellergetriebenes Flugzeug mit zwei Mann Besatzung sein, das bestimmte Kriterien sowohl eines Hubschraubers als auch eines strahlgetriebenen Flugzeugs in sich vereinen sollte. Bei einer Geschwindigkeit von bis zu 560 km/h, einem extrem belastbaren Flugverhalten und einer maximalen Startstrecke von 250 m sollte es zudem eine Fracht von bis zu 1100 kg mit sich führen können. Diese sollte beispielsweise aus bis zu sechs voll ausgerüsteten Fallschirmjägern oder zwei Krankentragen samt einem Sanitäter bestehen können. Und auch für Flugzeugträger tauglich.

Hahnweide 15.09.19

Multi-Talent

Die US Navy entschied sich 1964 für die Offerte des neuen Firmenkonsortium von North American und Rockwell. Die ersten Prototypen wiesen noch einige Mängel auf; in den erweiterten Konstruktionen wurden diese behoben und entsprechend den Anforderungen in Erkenntnis der ersten Testflüge angepasst. 1968 wurden die ersten *Broncos* der US Air Force übergeben. Einsatzort Vietnam. Aufgrund der idealen Rundumsicht der Besatzung sowie des außerordentlich wendigen Flugverhaltens erwarb sich die *Bronco* bald schon einen sehr guten Ruf sowohl unter ihren Piloten als auch bei den zu unterstützenden Einheiten. Wegen ihrer extrem kurzen Start- und Landestrecken war sie fast überall einsetzbar.

In der Luftnahunterstützung erfüllte sie eine spezielle Aufgabe: Lag eine US-Einheit unter direktem Beschuss, kam zunächst eine *Bronco* zum Einsatz und gab mit ihren Bordwaffen massive Feuerunterstützung, während parallel taktische Jagdbomber angefordert wurden. Waren diese im Anflug, ging die *Bronco* rasch auf Höhe und fungierte dort als fliegende Feuerleitkontrolle. In den Jahren nach Vietnam verlor die *Bronco* ihre strategische Rolle als Erkundungs- und Aufklärungsflugzeug. Vereinzelt wurde die *Bronco* noch für spezielle Radaraufklärung, taktische Luftüberwachung oder tiefflugfotografische Aufklärung verwendet.

Hahnweide 15.09.19

Veränderte Einsatzmöglichkeiten in den Jahren

Durch moderne Überwachungssysteme, darunter satellitengestützte Aufklärung, wurde die *Bronco* als fliegende *Feuerleitplattform* ebenfalls ersetzt. Nach dem Ende ihrer militärischen Verwendung in den USA wurden dort noch einige Maschinen zur Waldbrandbekämpfung eingesetzt. In der Produktionszeit von 1968 bis 1976 fertigte North American/Rockwell insgesamt 356 Einheiten des Typs *Bronco*. Je nach Variante/Ausstattung und Zuladung war sie mit 450 km/h sehr schnell, erreichte eine Dienstgipfelhöhe von annähernd 8.000 Meter und eine maximale Reichweite von 2.800 km.

Die Bundeswehr hatte ihre Luftwaffe ebenfalls mit 18 Maschinen Typ *Bronco* ausgestattet. Jedoch in einer gänzlich anderen Funktion: Der Zieldarstellung und speziell als *Zielschleppflugzeug*. Die Maschinen besassen keine Bewaffnung; zum anderen war die schwenkbare Frachttür am Rumpfheck durch eine Glaskanzel ersetzt worden. Der *Operator* konnte von dort das Schleppziel einsehen und kontrollieren. Das Schleppziel wurde mittels einer Seilwinde gesteuert, die sich im Frachtraum befand. Weiterhin waren die Flugzeuge mit auffälligen orangefarbenen Flächen versehen, die der leichteren Erkennbarkeit des Schleppflugzeugs während der Zielübungen dienten. Nach 20 Jahren Einsatz wurde die *Bronco* 1990 außer Dienst gestellt.

Teveren/Geilenkirchen 15.06.12
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